Pariser Spitzen (Archivversion) <br /><br /> Pariser Spitzen

Die französische Hauptstadt lieferte der
japanischen Motorradindustrie die Kulisse. Die »Mondial Du Deux Roues«, eine kombinierte Fahrrad- und
Motorradmesse von bislang nicht allzu großer Bedeutung, hatten die Japaner auserkoren, um ihre Neuheiten termingerecht zu präsentieren. Die großen vier scheinen gespalten wie nie zuvor.
Yamaha gibt derzeit richtig Gas mit kraftvollen, innovativen Modellen wie MT-03, R6 und FZ1. Gleiches gilt für Kawasaki.
Der gelungenen ER-6n stellen sie die ER-6f zur Seite und bringen mit der ZZR 1400 einen echten Brüller.
Eher bodenständig dagegen Suzuki: Mit den neuen GSX-R
und der großen Bandit wurde Bekanntes fortgeschrieben,
einzig die GSR 600, ein braves Naked Bike, kann als Neuentwicklung durchgehen.
Absolut enttäuschend Honda: Der größte Motorradhersteller der Welt scheint Großes zurzeit allenfalls im Hintergrund zu ent-
wickeln. Wirklich neu in Paris war lediglich die biedere CBF 1000.
Dafür redete man viel über Umwelt- und Sicherheitsphilosophie und präsentierte mit ASIMO einen Roboter, der Treppen steigen kann. Sicherlich wären nicht nur mir mehr neue und innovative Hondas lieber gewesen. Schließlich dominierte der Hersteller so
viele Jahre lang. Momentan gewinnen wohl rein rationale Aspekte bei der Modellentwicklung. Ein gefährlicher Weg, denn Motor-räder werden immer unvernünftig bleiben. Nur so erzeugen sie Emotionen, begeistern. Und werden von Herzen gern gekauft.
Wie weit Honda von dieser Wahrheit weg ist, verdeutlicht
ein Erlebnis am Rande: Eine hübsch in den klassischen Farben
der Africa Twin lackierte Varadero elektrisierte mich. »Ist bei uns heftig umstritten«, gab mir ein Pressemann zu Protokoll.

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