Perfekt Fahren mit MOTORRAD Teil 5 (Archivversion) Fahren bei Regen

Schönwetterfahrern sei gesagt: Auch Regenfahrten können Spaß machen. Es sollten nur einige Dinge beherzigt und geübt werden.

Die Physikb bleibt auch bei Regen dieselbe. Eine lapidare Aussage, aber wahr. Das einzige, was sich ändert, ist der Reibwert mü. Wobei mancher griffige Belag gar nicht so viel an Griffigkeit verliert, während andere Beläge, die bei Trockenheit schon schlecht waren, noch viel mieser werden. Die technischen Konsequenzen für das Regenfahren ergeben sich fast von selbst. Sie lauten: höhere Seiten-und Längskräfte vermeiden - also im Ganzen ein niedrigeres Geschwindigkeitsniveau wählen, und plötzliche Belastungsspitzen vermeiden. Insofern gelten alle Forderungen für gutes Motorradfahren weiter. Nämlich: Es soll eine möglichst flüssige und weiche Linie gefahren werden. Das verlangt einen großräumigen Bewegungsentwurf - mit weitem Vorausblicken, ohne Knicke in der Linie und mit sanftem und frühem Bremseinsatz. Dazu gehört auch das exakte Schalten, vor allem das saubere Zurückschalten samt Drehzahlanpassung vor dem Wiedereinkuppeln. Faustregel: Alles einen Gang höher fahren. Und beim Gaswegnehmen vor der Kurve das Spiel im Gaszug wieder »auffüllen«. Denn das Stützgas muß punktgenau und - gerade bei Regen - dosiert erfolgen. Es sei geraten, ab und zu mal die Vorderbremse ganz kurz anzureißen; das macht mit der Situation vertraut. Man spürt die noch übertragbaren Bremskräfte ganz genau, wenn das Rad für einen Augenblick stehengeblieben ist und kann sich so ein Bild von der Griffigkeit machen. Jetz noch einige regenspezifische Probleme: Sichtverminderung. Nicht nur wegen der verminderten Sichtweite und den geringeren Kontrasten, sondern auch wegen des Visiers: Beschlägt es innen (oder die Brille außen)- hier hilft vorheriges Einreiben mit Geschirrspülmittel -, muß es geöffnet werden. Bald bilden sich dann Tropfen auf der Innenseite. Aquaplaning. Kommt sehr selten vor, dann aber mit katastrophalen Folgen. Ein Sturz ist so gut wie sicher.Verminderter Reifenabrieb. Wer ausgerechnet bei Regen einen neuen Reifen einfährt, sollte ihn mit einem Lösungsmittel (Bremsenreiniger) abreiben. Plötzlich auftretende Glätte. Bei Schauerwetter muß mit glatten, weil nassen Stücken etwa nach Kurven immer gerechnet werden. Nächste Folge: Was beim Erschrecken passiert und was man dagegen tun kann.

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