Perfekt fahren mit MOTORRAD (Archivversion) Kurvenfahren 2

Nach den Basics des Kurvenfahrens im vorigen Heft hier nun ein paar Finessen, die helfen, Kurven sicherer und mit mehr Spaß zu meistern.

Übung macht den Meister, und nicht von ungefähr macht es am meisten Spaß, die Hausstrecke zu durcheilen. Weil jede Kurvenkombination in Fleisch und Blut übergegangen und der wechselnde Belag bekannt ist. Doch auf fremder Piste beginnt manchmal der Streß. Denn Kurven entpuppen sich häufig als enger, als sie zunächst erscheinen, oder sie ziehen sich gar überraschend zu. Wer jetzt den Blick weit nach vorn schweifen läßt, statt vors Vorderrad zu starren, und die Baumwipfel beobachtet, erkennt frühzeitig den Kurvenverlauf. Zieht sich die Kurve zu, hilft nur, mehr Schräglage aufzubauen, wenn`s sein muß, bis die Rasten kratzen. Wichtig noch mal: vor der Kurve bremsen und runterschalten, aber nicht in einen zu niedrigen Gang und nicht vergessen, die Drehzahl beim Runterschalten durch kurzes Gasgeben anzugleichen. Mit Zug am Hinterrad fahren, das bringt Ruhe ins Fahrwerk - nicht etwa ohne Gas rollen lassen. Körper und Motorrad sollten eine Linie bilden, Knie am Tank - kein Hanging-off! Den Kopf gegen die Schräglage verdrehen, dadurch bleibt der Überblick besser gewahrt. In sich zuziehenden Biegungen geht es manchmal nicht ohne Bremsen ab. Auch dann nicht, wenn ein Hindernis auftaucht. Gefahrlos üben kann man auf einem großen Parkplatz. Einfach einen Kreis fahren und beide Bremsen sanft betätigen. Dabei will sich das Motorrad aufrichten - sogenanntes Aufstellmoment des Vorderrads -, das Bike muß also beim Bremsen noch mehr in Schräglage gezwungen werden, was durch gefühlvolles Gegenlenken geschieht. Je breiter der vordere Pneu und je flacher die Reifenkontur, desto ausgeprägter das Aufstellmoment. Auch der umgekehrte Effekt sorgt für Überraschungen: Das Bike kippt in die Kurve, wenn die Bremsen gelöst werden. Generell gilt: In Kurven kann nicht so stark gebremst werden wie auf der Geraden, denn die Reifen können um so weniger Bremskräfte aufnehmen, desto mehr Querkräfte sie übertragen müssen. Also je höher die Schräglage, desto weniger bremsen. Nächste Folge: fahren bei Regen.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote