Pflege von Metall-Oberflächen (Archivversion)

Reflex-Handlung

Viel Handarbeit ist nötig, damit ein Motordeckel glänzt wie ein Spiegel. MOTORRAD gibt Tips zur Reinigung und Pflege von Metallen.

Hochglanz am Motorrad ist voll im Trend. Immer mehr Chopper und Cruiserpräsentieren sich im glänzenden Custom-Outfit. Selbst eine Firma wie BMW, die früher jedes Streben nach Show im Ansatz vermieden hat, konnte nicht widerstehen und verchromte und polierte die R 1200 C bis in den letzten Winkel. Das sieht zwar im Neuzustand alles recht nett aus, will aber auch entsprechend geputzt und gepflegt werden. Für Garagenbesitzer und Schönwetterfahrer vielleicht weniger ein Problem. Schlechter sieht es aus, wenn das Glanzstück die Nächte im Freien verbringen muß oder bei Wind und Wetter bewegt wird. Dann verunzieren oft häßliche Rosttränen den Chrom, das polierte Aluminium wird matt und stumpf. Wer sich gar im Frühjahr noch Reste von Salz einfängt, erlebt an ungeschützten Oberflächen ein blühendes Wunder.Aus diesem Grund sind Metallflächen ohne Schutzschicht an japanischen Motorrädern kaum zu finden. Auch wenn ein Motorgehäuse auf den ersten Blick nach rohem Aluminium aussieht, erkennt man bei näherem Betrachten fast immer einen schützenden, grauen Lacküberzug. Das sieht bei Nicht-Japanern teilweise anders aus. Bei Ducati oder Harley-Davidson ist der Alu-Guß der Motoren wie auch polierte Deckel meist ohne Schutzanstrich den Angriffen von Wasser und Schmutz preisgegeben. Übrigens, um rauhe, intensiv verdreckte und angefressene Gußoberflächen wieder sauber zu bekommen, gibt es nur ein Mittel: Strahlen mit Glasperlen, dafür fiinden sich in den Branchenverzeichnissen lokale Spezialbetriebe.Daß nicht alles Alu ist, was danach aussieht, trifft bei Rahmen oder Schwinge ebenfalls zu. Diese Teile sind entweder alufarben lackiert (zum Beispiel viele Kawasaki) oder sie sind eloxiert (viele Honda und Yamaha). Anodisierte oder eloxierte Oberflächen sind aus technischer Sicht fast ideal. Sie sind resistent gegen alle erdenklichen chemischen Attacken, zudem hart und relativ unempfindlich gegen Kratzer. Einziger Nachteil: Die Flächen wirken matt, auch läßt sich eloxiertes Aluminium nicht polieren. Schwierig wird es daher, wenn Kratzer oder Macken beseitigt werden sollen. Zerkratzte Flächen lassen sich höchstens mit einem Vorsatz an der Bohrmaschine überbürsten oder mit feinem Schleif-Vlies behandeln. Blankes, poliertes Aluminium gibt es serienmäßig jedoch auch, und zwar hauptsächlich an Motor-Deckeln von Choppern. Diese Oberflächen sind im Gegensatz zu Chrom-Flächen extrem empfindlich. Wenn das Alu-Teil allerdings niemals poliert war, kann es auch mit Polierpasten nicht auf Hochglanz gebracht werden. In solchen Fällen hilft nach sorgfältiger Vorbehandlung nur das mechanische Polieren mit Schwabbelscheiben. Solche gröberen Mittel müssen ebenso zum Einsatz kommen, falls Macken oder tiefe Kratzer wegpoliert werden sollen. Wenn es nur darum geht, verschmutzte Alu- oder Chromflächen blank zu putzen, reicht ein weiches Tuch und ein Poliermittel. Reichlich Ausdauer ist allerdings erforderlich, um einen heruntergekommen Edel-Chopper wieder in ursprünglichem Glanz erstrahlen zu lassen.
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Metall-Oberflächen: Reinigung,Politur,Konservierung (Archivversion)

An einer reichlich vernachlässigten Harley probierte MOTORRAD verschiedene Mittelchen aus. Dabei zeigte sich schnell, daß stark angegriffene, ungepflegte Flächen nur mit viel Mühe wieder blank werden. Aluminium: Für stark ramponierte Alu-Flächen eignet sich die Diamant-Hochglanzpolitur mit spürbar schleifender Wirkung, die außerdem eine gute Schutzwirkung bietet. Ebenfalls mit überzeugendem Ergebnis ist die S 100-Hochglanzpolitur. Guter Glanz läßt sich auch mit dem eher sanfteren Mittel Alu-Magic. Ein glänzendes Finish bringt auch die Sonax- Hochglanzpolitur. Das bekannte Nevr Dull ist für die Reinigung sehr geeignet, weniger für den Hochglanz. Es konserviert außerdem. Luster Pad ist ein ähnliches Mittel, das Glanz bringt, aber weniger schützt. Das gibt es auch als Luster Lace-Gewebebänder zum zweckmäßigen Polieren runder Teile.Chrom: Verchromte Stahlflächen sind entschieden härter als Alumium. Daher gelingt es praktisch gar nicht, Kratzer oder Beschädigungen herauszupolieren. Grundsätzlich eignen sich die Alu- und Universal-Mittel, aber es gibt auch einige spezielle Chrom-Polituren. Aggressiv geht wieder die Diamant-Politur zu Werk, damit werden sogar zart blau angelaufene Krümmer wieder fast blank. Allerdings darf das Mittel nicht zu heftig eingesetzt werden, sonst ist die Chromschicht irgendwann wegpoliert. Wer guten Glanz will, greift zu Chrom-Magic, Unipol oder S 100.

Metall-Oberflächen: Reinigung,Politur,Konservierung (Archivversion)

Bevor man sich an Feinarbeiten macht, sollte das Motorrad zunächst gründlich gereinigt werden. Und zwar aus zwei Gründen: Erst nach einer Wäsche läßt sich erkennen, wie und mit welchen Mitteln weiter vorgegangen werden muß. Manchmal verbirgt sich der Glanz ja nur unter einer oberflächlichen Dreckschicht. Wichtig ist eine Reinigung vor Polierarbeiten vor allem, damit schmirgelnde Sandkörner entfernt werden. Sonst schleift man sich laufend neue Kratzer in die empfindlichen Alu-Teile. Zum Reinigen sollten übliche und erprobte Mittel verwendet werden, extrem scharfe Reiniger können offene Alu-Flächen angreifen. Bei hartnäckigem Dreck wie zum Beispiel Kettenspray kann ein gezielt eingesetzter Bremsenreiniger, Entfetter oder noch besser ein sanfteres 6in1-Spray gute Dienste leisten.

Metall-Oberflächen: Reinigung,Politur,Konservierung (Archivversion)

Viele Poliermittel haben gleichzeitig eine schützende Funktion. Sie verhindern durch einen Schutzfilm, daß sich Dreck auf den empfindlichen Oberflächen festsetzt und gewährleisten für eine gewisse Zeit den frischen Glanz. Auch als Rostvorsorge für die oft sehr dünn verchromten Zubehörteile taugen sie. Wer mit seinem vollverchromten Chopper stets glanzvoll auftreten will, kommt um eine regelmäßige Pflege der polierten und verchromten Flächen micht herum. Ein Vorteil bei der Reinigung: Die glatten Oberflächen lassen sich leichterund schneller reinigen. Zusätzlichen Schutz können für eine begrenzte Zeit spezielle Konservierungsmittel aus der Spraydose bringen, zuviel sollte man sich davon aber nicht versprechen. Regen und Wasser spülen die feine Schutzschicht schnell weg.Falls beispielsweise polierte Motordeckel dauerhaft konserviert werde sollen, lassen sich diese lackieren. Entweder beim Lack-Profi oder in Eigenarbeit. Die Firma Hartjens R.H. Lacke (Telefon 04243/2088) hat einen hitzebeständigen Zwei-Komponenten-Klarlack, der ohne großen Aufwand an Werkzeug aus einer kleinen Pumpflasche aufgesprüht werden kann. Das Handling ist ein bißchen umständlich, der Lack neigt aber kaum zu Tränen- oder Nasenbildung. Zweckmäßig ist es, polierte Flächen zu schützen.

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Die Versandhäuser und Filialketten führen eine Reihe der genannten Pflegemittel:Difi, Telefon 04451/9150 (Belgom Alu, Nevr Dull, Motostar Alupolitur)Gericke, Telefon 0211/98980 (Autoso, Armor All, Nevr Dull, Alu-Magic, Chrome-Magic, S 100, WD 40, Polier-Set)Louis, Telefon 040/73419360 (Autosol, Chrome-Magic, Alu-Magic, Unipol, WD 40, Nevr Dull, Sonax)Polo, Telefon 0211/979696 (Alu-Magic, Chrome-Magic, Autosol, Sonax, S 100, WD 40, VCI-Rostprotector, Nevr Dull)Die genannten sowie weitere spezielle Mittel führt auch der Fachhandel. Bezugsnachweis:Alu-Magic, Chrome-Magic: Autec, Telefon 07635/822042S 100-Produkte: Dr. Wack, Telefon 0841/6350Diamat-Hochglanzpolitur, Polierkits mit Schwabbelscheiben: Team Metisse, Telefon 05471/2658Sonax, Telefon 08431/53356Luster Lace und Luster Pad: Roadrunner, Telefon 07422/2780

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