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Porträt Sandra Stammova Racing-Amazone

Sie ist nicht nur schnell und schön, sondern auch eloquent. Sandra Stammova ist eine polarisierende Figur im internationalen Motorrad-Rennzirkus, und sie hat eine Mission. Ein ­Besuch bei MOTORRAD zeigt, warum man sich diese persönlichkeitsstarke Racing-Amazone merken sollte.

Der Morgen ist bleigrau, müde Gesichter im Konferenzraum. Da schwingt die Tür auf, Sandra kommt rein. Ein fester Händedruck und plötzlich scheint die Sonne. Diese Frau ist nicht nur sexy und charismatisch, sie kann auch fesseln und berühren, das wird nach der Begrüßung klar. Wie ein Gebirgsbach fließen englische Sätze aus Sandras Mund. Wach und konzentriert nimmt sie ihre Zuhörer ins Visier, als sie aus ihrem Leben erzählt.

Geboren 1983 in der Slowakei, findet sie früh Gefallen an adrenalinträchtigen Sportarten, arbeitet sich mit eisernem Willen ganz nach vorn. Lernt Massagetherapie, wird Snowboard- und Skilehrerin, fährt im Ski-Weltcup, beginnt mit 17 Jahren, auf 125er-Motorrädern Rennen zu fahren und wechselt nach ersten Erfolgen sofort in die 1000er-Klasse. Neben den Rennen lässt sie sich in diversen Studiengängen zur Bankerin und Immobilienexpertin ausbilden.

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Für die Grünen Superbike zu fahren, dafür würde sie alles geben

Sie beginnt ein Leben als Renn-Nomadin, überall wo ihr ein Team geboten wird, reist sie hin und überzeugt auch mit wenig Trainingsmöglichkeiten durch schnelle Erfolge und gute Platzierungen. Sie muss Stürze und Rückschläge hinnehmen, lernt daraus, entwickelt immer mehr Speed. Und ein untrügliches Gespür für das passende Setup, das Potenzial der Motorräder und ihre eigenen Fähigkeiten. Sandra fährt in Neuseeland, Australien, Südafrika, USA, Costa Rica, wo sie zwei erste Plätze erkämpft. In der britischen Superbike-Meisterschaft misst sie sich erfolgreich mit den besten Fahrern der Welt.

Wenn Sandra einem Team beitritt, will sie nicht hübsches Aushängeschild sein, sondern durch Leistung überzeugen. Dass sie wenig wiegt, kommt ihr bei der Rennerei zugute. Genauso wie Reflexe, wache Ins­tinkte und eine omnipräsente Fitness. Diszipliniertes Training, ihre Fähigkeit, Vernunft mit Leidenschaft zu kombinieren, helfen ihr, in Hochform zu bleiben und einen Körper zu formen, der wie geschaffen ist für Model-Jobs. So wird das Modeln neben der Racing-Karriere ein zweites Standbein.

Sandra trainiert, wo sie kann. Ordnet ihr Dasein der Rennbegeisterung unter. Eine eigene Familie kann sie damit nicht kombinieren. Sie fährt Ski, Mountainbike, Motocross, Wakeboard, geht ins Studio, spielt Tennis, alles auf hohem Niveau. Und sie hat Träume: eine Rennfahrer-Schule zu gründen und ein Rennteam in Europa zu finden. Zum Beispiel Kawasaki. Für die Grünen Superbike zu fahren, dafür würde die 31-Jährige alles geben. Als Sandra gegangen ist, hängt ihr Lachen noch im Raum. Kawasaki, bitte melden! Mehr über dieses Racing-Girl: www.sandra-stammova.com

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Das Leben der Stammova

Sandras wichtigste biografische Stationen seit 2001: Ski- und Snowboard-Instruktorin in deutscher, englischer, polnischer und russischer Sprache

2002 bis 2007: Teilnahme am Ski-Worldcup, Managerin und Chef-Instruktorin der Snow Academy Ternav in der Slowakei. Training professioneller Alpin-Ski-Rennfahrer in Italien und Österreich.

Ab 2008 in Neuseeland als Ski-Coach. Daneben Management-Tätigkeiten in Sport-, Immobilien- und Transportfirmen.

Ab 2009 Teilnahme an neuseeländischer Superbike-Landesmeisterschaft, Platz fünf. Mit Castrol Kawasaki erreicht Sandra zwei erste Plätze in der 600er-Expert-Class von Costa Rica. Auf der herb zu fahrenden Harley Davidson XR 1200 bestreitet die Renn-Emanze die AMA-Serie in Daytona/USA. In Südafrika fährt sie in der nationalen Superbike-Meisterschaft vorne mit.

Ab 2012 Teilnahme an der britischen Superbike-Meisterschaft mit MSS Bathams Kawasaki, Platz 24. Neben dem Sport brennt Sandra für Sportpsychologie, Modedesign und Reisen.

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