Preisspiegel BMW (Archivversion)

Deutschstunde

Was neu gut geht, läuft gebraucht noch besser - zum Beispiel BMW.

Die BMW-Autoverkäufer sehen zur Zeit etwas neidisch auf ihre Kollegen von der Zweirad-Fraktion. Müssen sich die vierrädrigen Produkte der harten Konkurrenz aus Stuttgart und Ingolstadt erwehren, sieht es bei den Motorrädern fast so aus, als ob einfach alles verkauft werden kann, was im Berliner Werk oder in der italienischen Zweigstelle bei Aprilia produziert wird. Dem BMW-Motorradbereich ging es noch nie so gut wie heute. Längst vergessen sind die Zeiten, in denen in München ernsthaft überlegt wurde, die Motorradproduktion ersatzlos zu streichen.Ein gutes Neugeschäft schlägt natürlich auch auf das Gebrauchtangebot durch. Nun zeichneten sich BMW-Motorräder schon seit jeher durch große Modellkonstanz und relativ hohen Werterhalt aus, doch das, was momentan für gebrauchte BMW verlangt und gezahlt wird, ist schon schwer beeindruckend. Der Neupreis für eine R 100 betrug 1981 knapp unter 10 000 Mark. Als gute Gebrauchte erzielt sie heute immer noch zwischen 5000 und 8000 Mark. Eine Basis K 100 kostete 1983 rund 12 500 Mark und bringt heute noch locker 50 Prozent ihres Neupreises. So bitter es für den Gebrauchtkäufer ist, erst einmal hohe Einstiegstarife zu zahlen, so angenehm gestaltet sich der weitere Unterhalt der BMW. Ab der Strich Fünf-Baureihe, und damit ab Baujahr 1969, sind praktisch alle Ersatzteile noch als Originalteil lieferbar. Trotz spürbarer Preisanhebungen in den letzten Jahren (besonders bei Lackteilen) sind die Ersatzteilpreise im Vergleich zu Wettbewerbern noch auf einem halbwegs moderaten Niveau. Eine bemerkenswerte BMW-Tugend ist, daß ein Großteil der Modellpflegemaßnahmen bei älteren Modellen problemlos nachgerüstet werden kann. Ähnlich beispielhaft klappt die Versorgung mit Zubehörteilen. Wer an seinen Uralt-Boxer Koffer oder ein Windschild hängen möchte, wird beim BMW-Händler mit qualitativ hochwertigen Originalteilen prompt bedient. Stichwort Händler: Das gute Klima und die guten Geschäfte bei den meisten BMW-Dealern haben auch Auswirkungen auf den Umgang mit der Kundschaft. Wer gut verdient, kann sich auch einen guten Werkstattservice leisten - mit dem dann wieder gut verdient wird.Die nebenstehenden Händlerverkaufs-Gebrauchtpreise aus der eurotax/SCHWACKE-Liste können gerade im Fall BMW nur als sehr grobe Orientierung dienen und bleiben manchmal leider nur ein frommer Wunsch, denn kaum ein Händler muß momentan großartige Preisgespräche führen. Die Notierungen gelten für verkehrssichere, betriebsbereite und unfallfreie Mototorräder, die noch mindestens über 50 Prozent Reifenprofil und ein Jahr TÜV verfügen. Auf welche Kilometerleistung sich die Preise beziehen, steht in dem Kasten »Bewertung der Laufleistung« unter dem Jahr der jeweiligen Erstzulassung. Mehr- oder Minderlaufleistungen müssen mit prozentualen Abzügen oder Zuschlägen berücksichtigt werden. Die entsprechenden Werte stehen ebenfalls in der Laufleistungstabelle.
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Interview (Archivversion) - «Die Boxer-Preise werden etwas anziehen“

Jochen Ernsting ist Verkäufer bei der Stüdemann GmbH, Hamburgs größtem BMW-Motorradhändler.
? Wieviel muß man mindestens ausgeben, um in die BMW-Welt einzusteigen? Welche Modelle sind für Einsteiger empfehlenswert, welche weniger?Die R 65 ab Modell 1981 ist schon für 4000 bis 5000 Mark zu bekommen. Mit etwas Glück gibt’s für 6000 bis 7000 Mark eine R 80 ab Modell 1985, und wer ein K-Modell sucht, bekommt fürs gleiche Geld eine 1984er K 100. Strich Fünf- und Strich Sechs-Boxer sind eher etwas für Fans, da sie in der Restaurierung nicht ganz billig sind.? Welche Modelle sind die Gebraucht-Bestseller, welche gehen nicht ganz so gut?Die F 650 ist gebraucht genauso gefragt wie neu. Die Vierventil-Boxer sind als Gebrauchte mittlerweile auch recht gesucht. Die R 100 R und die GS-Modelle gehen seit jeher schon gut. Die K-Modelle liegen als Gebrauchte im guten Mittelfeld, bei R 45 und R 65 sieht’s eher durchwachsen aus. Das Angebot von Strich Fünf bis Strich Sieben-Boxern ist zu dünn oder grausig schlecht.? Gibt’s »Geheimtips«, bei denen das Preis-/Leistungs-Verhältnis ganz besonders gut ist?Die K-Modelle der Baujahre 1985 bis 1989 kommen jetzt in richtig interessante Preisregionen und sind auch mit hoher Kilometerleistung absolut problemlos. Gute RT/LT von 1988 und 1989 gibt’s schon für rund 10 000 Mark.? Wie wirken sich Modellwechsel auf die Gebrauchtpreise aus?Fällt irgend etwas aus dem Programm, ändert sich gar nichts, oder die Preise ziehen sogar an. Nur die K 100 RS Vierventiler litt als Gebrauchte unter ihrer kurzen Bauzeit, hat sich aber inzwischen wieder gefangen. Beim Zweiventilboxer wird das Preisniveau erstmal konstant bleiben. Wenn dann endlich jeder gemerkt hat, daß es tatsächlich keine neuen mehr gibt, werden die Gebrauchtpreise etwas anziehen.

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