Preisspiegel Honda (Archivversion)

Kurve gekriegt

Zeitweise war nicht ganz klar, in welche Richtung das Honda-Programm zielt. Mittlerweile stimmt der Kurs, und das hat auch Auswirkungen auf die Gebrauchtpreise.

Bei den Neuzulassungen belegte Honda 1995 in Deutschland nur den dritten Platz. Doch beim Qualitäts-Standard ist der japanische Hersteller absolute Spitzenklasse, und das nicht nur unter den Anbietern aus Fernost, sondern weltweit. Klasse zum hohen Preis statt Masse um jeden Preis lautete jahrelang das Motto der Honda-Marketingstrategen. Zu Beginn der neunziger Jahre wurde das Segment der preisgünstigen Mittelklassemaschinen kampflos den japanischen Wettbewerbern überlassen. Erst mit der CB 500 nahm Honda 1993 wieder ein typisches Einsteigermodell ins Programm, das sich dann prompt zum Bestseller entwickelte.Auf dem Gebrauchtmarkt sind dagegen noch jede Menge Maschinen vertreten, die aus einer Zeit stammen, als hohe Stückzahlen auch für Honda noch das höchste aller Verkaufsziele war. Von der CX 500-Baureihe sind in Deutschland immer noch rund 28 000 Maschinen zugelassen. Damit ist die »Güllepumpe« nach wie vor die Nummer eins in der Honda-Bestandshitparade. Auf Platz zwei folgt mit über 20 000 Zulassungen die CB 250/400 N. Egal ob CX oder CB - die Honda-Oldies werden meist privat verkauft. Die Gebrauchtmaschinen beim Honda-Händler stammen meist aus jüngeren Baureihen, und unter denen ist das Kürzel CBR bei Verkäufern und Käufern gleichermaßen beliebt.Als grobe Orientierung, wieviel die Wunsch-Honda denn nun kosten darf, dient die nebenstehende eurotax/SCHWACKE-Liste. Die Notierungen sind Händler-Verkaufspreise für verkehrssichere, betriebsbereite und unfallfreie Motorräder im Originalzustand. Die Bereifung sollte noch mindestens 50 Prozent Profil aufweisen und die nächste Hauptuntersuchung noch mindestens ein Jahr Zeit haben. Auf welche Kilometerleistung sich die Preise beziehen, läßt sich aus der Angabe »Kilometer-Kategorie« (2 oder 3) und dem im Kasten »Bewertung der Laufleistung« unter dem jeweiligen Baujahr stehenden Wert ersehen. Mehr- oder Minderlaufleistungen müssen mit entsprechenden Preis-Abzügen oder -Zuschlägen berücksichtigt werden. Wem das alles zu kompliziert ist, dem sei folgendes gesagt: Jede Sache ist soviel wert, wie der nächste dafür ausgibt. Klingt banal, erklärt aber vielleicht, warum nicht jede Gebrauchtmaschine exakt den Listenpreis kostet.
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Interview (Archivversion) - «Nach der dritten Saison verkaufen“

Dieter Klann ist Honda-Vertragshändler und stellvertretender Vorsitzender des Verbands Deutscher Honda-Händler
? Wann geht das Gebrauchtgeschäft in dieser Saison los?Es ist fast schon wieder gelaufen. Los ging’s im November, spätestens Ende März sind fast alle versorgt.? Gibt es denn noch saisonale Preisunterschiede?Kaum noch. Früher hieß es: »Kaufe im Winter, dann ist es billig.« Heute muß es eher heißen: »Kaufe im Winter, da gibt’s noch was.«? Und was sind die Honda-Tops und Flops?CBR 600 und 900 gehen immer gut, sehr gut auch CB 750, und gebrauchte CB 500 könnte ich ohne Ende verkaufen. Die Nachfrage nach Africa Twin ist groß, aber das Angebot gering. Die Dominator verkauft sicht nicht ganz so gut, die NX 250 auch nicht.? Wann ist der beste Zeitpunkt, sein Motorrad zu verkaufen, gibt es Kilometer-Obergrenzen?Die beiden ersten Jahre ist der Wertverlust am höchsten. Erst ab der dritten Saison rechnet sich ein Verkauf. Laufleistungen von 100 000 Kilometern und mehr sind heute technisch kein Problem mehr, aber bei den Kunden gibt es immer noch eine magische Grenze von rund 40 000 Kilometern. Bei Maschinen, die mehr gelaufen haben, schlucken sie erst mal.? Wie werden Zubehör und Umbauten bewertet?Alles, was praktisch ist, wird honoriert. Zum Beispiel Gepäckträger und Taschen. Bei Zubehör-Verkleidungen wird’s schon schwierig, Sonder- oder Neulackierungen sind fast immer nachteilig.

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