Preisspiegel italienische Motorräder (Archivversion)

Schöne Bescherung

Ducati boomt - bei konstant schwachem Lire werden die Gebrauchtpreise immer interessanter.

Italo-Bikes sind für viele deutsche Motorradfahrer immer noch eine Provokation. Einerseits sehen sie unverschämt gut aus, sprechen die Emotionen direkt an und sind mittlerweile durch den siechen Lirekurs vom Anschaffungspreis gegenüber der japanischen Konkurrenz immer lukrativer geworden. Von absoluten Highlights wie den Vierventil-Modellen 748 und 916 einmal abgesehen. Auf der anderen Seite aber sitzt das Mißtrauen gegenüber italienischen Maschinen in Sachen Zuverlässigkeit und Haltbarkeit tief.Jüngstes Beispiel: Die überaus praktische, aber ästhetisch eher unscheinbare BMW F 650 erklimmt in Deutschland mühelos einen Spitzenplatz in den Charts. Während die motorisch nahezu identische Aprilia Pegaso, die früher auf dem Markt erschien, trotz gefälligerem Outfit und leichter Überlegenheit im direkten Vergleich in der Zulassungszahl weit weit hinterherhinkt. Beide Modelle werden übrigens in der gleichen Halle im venezianischen Noale gefertigt.Trotzdem: Gerade das Angebot von Ducati und zunehmend auch Aprilia ist in den letzen Jahren so attraktiv geworden, daß immer mehr Fahrer ihrem Instinkt folgen und auch Vertrauen zur Solidität italenischer Maschinen fassen.Auch die beiden Marken Laverda und Moto Guzzi kommen allmählich wieder auf die Räder. Und entsprechend wächst auch das Gebrauchtteil-Kontingent von Maschinen italienischer Herkunft.Da allerdings Ducati Anfang der Saison 1995 Lieferschwierigkeiten ab Werk hatte, blieb die Situation heikel, da mehr interessierte Ducatisti eine Maschine haben wollten, als die Händler anbieten konnten. Dieses Jahr hat sich die Situation entspannt. Die Lieferung von Monster- und Supersport-Modellen ist besser geworden, das schlägt insofern auf den Gebrauchtmarkt durch, als die Preise nicht mehr wie im vergangnenen Jahr steigen.Für die nebenstehende Händlerverkaufs-Liste von eurotax/SCHWACKE gilt, daß die Dotierungen nur eine ungefähre Orientierung geben. Für alte Laverda- oder Guzzi-Modelle scheinen die Preise eher hoch, die geringe Nachfrage drückt den Preis. Bei regerem Interesse wie bei Ducati liegen die Angebote schon mal höher. Die angegebenen Gebrauchtpreise gelten für verkehrssichere und unfallfreie Maschinen, die zumindestens noch ein Jahr TÜV aufweisen und mindestens 50 Prozent Reifenprofil aufweisen.
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Interview (Archivversion) - 916 noch immer knapp

Carl Carstens, im äußersten deutschen Norden zwischen Heide und Husum angesiedelt, hält die italienische Trikolore hoch.
? 1995 waren Ducati-Modelle in Deutschland knapp, im Bologneser Werk soll die Produktion jetzt um 25 Prozent gesteigert werden. Werden die Gebrauchpreise dann fallen?Sollte die Produktion tatsächlich erhöht werden, kann ich das nur begrüßen. Im Gebrauchtsegment würde dies momentan noch keine Auswirkungen haben.? Sind Supersport- oder Monster-Modelle gefragter?Bei uns in Norddeutschland besteht vermehrt Nachfrage nach Monster-Modellen. Allerdings mehr nach der M 900 und der neuen M 750. Die M 600 ist weniger gefragt.? Bei Ducati-Privatanzeigen fällt auf, daß die 600er Modelle allgemein häufig zum Verkauf angeboten werden. Warum?Die 600er sind Einsteigermodelle. Die Kunden wollen schnell mehr Leistung. In einigen Fällen kauft der Kunde eine 600er auch wegen des günstigen Einstiegspreises. Langfristiger wäre er vielleicht mit 750 oder 900 cm3 von der Leistung her besser beraten.? Stimmt es, daß bei den Vierventil-Modellen, der 916 und 748, noch immer Lieferschwierigkeiten bestehen?Die Nachfrage ist unvermindert stark. Somit bestehen die Lieferprobleme auf der offiziellen Schiene leider nach wie vor.? Mit sinkenden Preisen für diese beiden Modelle ist also in nächster Zeit nicht zu rechnen?Nein, die Gebrauchtmaschinen-Preise sind stabil. ? Fehlt bei Ducati ein noch preisgünstigeres Modell?Nein, dieser bereich wird durch Cagiva komplett abgedeckt.

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