Pro und contra Eurobike (Archivversion) Es geht um Geld

Einige ehemalige Shoppartner, die Hein Gericke, Polo oder Go To Helmstudio-Läden geführt haben, klagen gegen ihren früheren Geschäftspartner Eurobike. Und haben zunehmend Erfolg.

Die Eurobike AG ist mit über 170 Geschäften der größte Anbieter von Bekleidung und Zubehör in Europa und auf dem deutschen Markt. Die Handelskette wächst beständig - 1995 waren es erst 132 Shops -, und die letzten weißen Flecken auf der Landkarte dürften bald mit Hein Gericke- und Poloshops sowie Go To Helmstudios besetzt sein. Kundennähe, günstige Preise, ständige Verkaufsaktionen mit noch preiswerteren Artikeln, nicht zuletzt das einheitliche Erscheinungsbild und eine massive Werbung brachten den Erfolg und machen der Konkurrenz das Leben schwer. Ob der Erfolg Zukunft hat, steht derzeit zumindest in Frage. Denn das von Hein Gericke entwickelte sogenannte Shoppartner-System, bei dem die Betreiber der Gericke-, Polo- und Go To Helmstudio-Läden als sogenannte freie Handelsvertreter agieren, droht vor deutschen Arbeitsgerichten zerpflückt zu werden. Klipp und klar hat zuletzt das Hessische Landesarbeitsgericht am 12. Februar 1998 in einem Beschwerdeverfahren festgestellt, daß ein Hein Gericke-Shoppartner »nicht als selbständiger Handelsvertreter im Sinne des § 84 Abs. 1 HGB beschäftigt (war), sondern als Angestellter im Sinne des § 84 Abs. 2 HGB.« Das könnte weitreichende Folgen haben. Eurobike müßte Sozialabgaben nachentrichten, die Kündigung der Shoppartner wäre unter Umständen ungültig. Weitere Ex-Shoppartner könnten ebenfalls klagen. Eine Lawine wäre losgetreten, die das ganze System des Handelshauses Eurobike in Frage stellen könnte.

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