Profis: Zahnriemen-Umbau (Archivversion) Zahntechnik

Eines gleich vorneweg: Nicht alle Motorradmodelle lassen sich von Ketten- auf Zahnriemenantrieb umrüsten. Beispielsweise scheiden Geländemotorräder aufgrund der großen Federwege und der dadurch entstehenden großen Längenänderungen im Antriebsstrang von vornherein aus – und auch deshalb, weil der Riemen durch Schmutz, Dreck und Steine gefährdet würde. Eine weitere Voraussetzung für eine Umrüstung sind die Platzverhältnisse im Bereich Ritzel, Rahmen, Schwinge und Hinterreifen. Die von VH-Motorradtechnik verwendeten Gates-Riemen sind zwischen 30 und 37 Millimeter breit, also wesentlich breiter als eine Kette. Und dafür muss in der Flucht zwischen hinterem und vorderem Zahnrad ausreichend Platz vorhanden sein. Oftmals versperren jedoch Schwingen oder Rahmenteile den freien Durchgang. Das zweite wichtige Kriterium: genügend Platz am Getriebeausgang, da das vordere Zahnrad einen bestimmten Durchmesser nicht unterschreiten darf, um den Riemen zu schonen. Passen auch diese Maße, muss noch die richtige Sekundärübersetzung gefunden werden, die nur um wenige Prozent von der originalen abweichen darf. Und dann sollte natürlich auch noch ein Riemen in der passenden Länge zur Verfügung stehen.Die bislang einzige Firma in Deutschland (vielleicht sogar weltweit), die eine Umrüstung von Kette auf Zahnriemen anbietet, ist VH-Motorradtechnik. Der Umbau von bislang zehn möglichen Motorradmodellen (Honda Hornet 600, Seven-Fifty, VTR 1000; Kawasaki VN 800; Suzuki SV 650, Marauder 800, DL 1000 V-Strom, GSX 1400; Yamaha XJR 1200/1300, TDM 850) erfolgt bei verschiedenen, über Deutschland verteilten Stützpunkthändlern (siehe Adressliste). Die Preise betragen für alle Modelle 1150 Euro inklusive Einbau und TÜV.Immerhin rund 150 Kunden entschieden sich im vergangenen Jahr für den Wechsel auf Zahnriemenantrieb. Die Vorteile liegen auf der Hand: nie wieder Kette spannen oder schmieren, kein Kettenfett auf Hinterrad und Schwinge, besseres Lastwechselverhalten und weniger Ruckeln sowie leisere Laufgeräusche. Außerdem liegt die durchschnittliche Lebensdauer eines Riemens mit 20 000 bis 50 000 Kilometern bei normalem Straßeneinsatz deutlich höher als bei einer Kette.Und dass Zahnriemen äußerst strapazierfähig sind, zeigt sich an der rund 600 Kilogramm schweren und bis zu 500 PS starken Boss Hoss, die serienmäßig einen Zahnriemen besitzt.

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