Proton-V5-Motoren (Archivversion) race tech

Die Proton-V5-Motoren sind zu
durstig und zu langsam. Jetzt baut
Teambesitzer Kenny Roberts den
neuen KTM-V4 in sein Fahrwerk ein.

Der Einsatz des Proton-Teams in Assen wurde zum Desaster. Um die durstigen V5-Motoren überhaupt über die Runden zu bringen, starteten die Fahrer mit randvollen Tanks aus der Boxengasse. Ins Ziel kamen sie trotzdem nicht: Nobuatsu Aoki (oben rechts) gab wegen einer ölverschmierten, rutschenden Kupplung auf, bei Kurtis Roberts brach die Kurbelwelle. Jetzt versucht Teambesitzer Kenny Roberts senior (unten rechts) sein Glück mit dem KTM-V4-Motor, der bei Prüfstandsläufen über 220 PS erreichte und zehn Stunden Rennbetrieb ohne Revision überstehen soll. Ursprünglich wollte KTM-Chef Stefan Pierer das Projekt aufgeben, konnte von Roberts und KTM-125-Konstrukteur
Harald Bartol dann doch überzeugt werden, mit dem Verkauf der Motoren wenigstens
einen Teil der bis jetzt sechs Millionen Euro Entwicklungskosten zurückzuholen. KTM bot Roberts die Motoren zum Sonderpreis von rund zwei Millionen Euro an, V4-Konstruk-
teur Kurt Trieb händigte dem Team bereits vorab ein Aggregat aus, um die Konstruktion eines Fahrwerks möglich zu machen. »Unser V5-Motor ist etwa so schnell wie mein Fahrerlagerroller, beim Verbrauch aber bereits am Limit. Selbst wenn wir zusätzliche Leistung
finden, kommen wir nächstes Jahr kaum mit 22 statt wie bisher 24 Litern Benzin über die Runden. Wir brauchen also eine Alternative«, ließ sich Roberts entlocken, der sich das Assen-Wochenende frei nahm und auf seiner Ranch in Montana ausruhte. Während King Kenny von vier bis sechs Monaten Entwicklungszeit sprach, hielten sich Gerüchte im Fahrerlager, die an eine Premiere der Proton-KTM schon beim Portugal-GP Anfang September glauben. Entscheidend dafür ist das elektronische Motormanagement: Weil TAG Heuer, Magneti Marelli und Bosch 3,5 bis sieben Millionen Euro verlangen, entwickelt Roberts das Management mit seinem bisherigen Partner EFI.

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