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PS-Bridgestone-TunerGP 2014 Full House am Hockenheimring

Der PS-Bridgestone-TunerGP 2014 war wieder ein Stelldichein echter Könner. Die Qualität der vorgestellten Fahrzeuge war auf ganz hohem Niveau und die Spreizung an Marken und Typen reizvoll weit – full house!

Die Spannung im Vorfeld des PS-TunerGP ist immer gigantisch. Wochenlang steht die PS-Redaktion in engem Kontakt mit den Tunern, die im März den Zuschlag für einen Teilnehmerplatz bekommen hatten und sich dann an die Umsetzung ihrer eingereichten Projekte machen.

Nicht selten geht in der letzten Phase etwas beim Abstimmen schief, wird auf Testfahrten gern mal kaltverformt, kommen bestellte Teile nicht oder erweisen sich die ganz extravaganten Ideen als schlicht nicht umsetzbar. Davon dringt dann immer wieder etwas in die Redaktion und macht die Truppe entsprechend nervös, denn schließlich muss an den zwei Tagen in Hockenheim alles sitzen, weiße Heftseiten sind nicht erlaubt.

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Der BMW-Boom scheint gebrochen

Diese Spannung ist schließlich am Vorabend des ersten Fahrtages am größten. Dann nämlich rollen die Bikes in die Box, liegen die Karten auf dem Tisch. In diesem Jahr waren die PS-Nerven aber recht schnell beruhigt, denn was da Ende Juni über die Waage und vor die Linsen der Fotografen rollte, war durchweg großes Kino. Von Motorradtke aus Gera wurde mit ganz großem Aufschlag aus einem Mittelklasse-Bike ein Supersportler gebaut, während Denis Hertrampf den genau umgekehrten Weg ging und ein Ducati-Superbike in einen fiesen Fighter verwandelte.

Und schließlich gab es wieder waschechte Superbikes, die gerade hier auf dem GP-Kurs in Hockenheim so gewaltig Spaß machen und den Testern Turn für Turn die Arme lang ziehen. Der BMW-Boom scheint gebrochen. Nach der Alpha-Racing-BMW letztes Jahr mit 235 PS ist das Thema für die Tuner wohl gegessen. Dafür bekamen wir zwei Kawasaki ZX-10R von bds Racing und Bike Shop Lüchow mit ganz unterschiedlichem Ansatz. Die Kawas sorgten auch beim interessierten Publikum und Renntrainings-Teilnehmern für ebenso viel „Oh“ und „Ah“ wie die brillante, weil astrein aufgebaute Fireblade aus Stralsund. Die unterstrich, dass Honda leider wohl wenig Lust hat, die nächste Superbike-Generation in die Show-Räume zu schieben, das derzeitige Modell aber immer noch eine verdammt gute Basis ist, um daraus eine echte Sport-Waffe zu schmieden – Tuner-Können und Know-how vorausgesetzt.

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Die Exoten dürfen nicht fehlen

Und dann die Exoten. Die dürfen bei keinem TunerGP fehlen, denn sie sind die echten Experimentier-Bikes. Den Tunern ist natürlich bewusst, dass es ohne Power und Rennstrecken-Performance beim TunerGP keinen Blumentopf zu holen gibt. Klein-Yamaha als alter TunerGP-Fuchs weiß das genau, hat wieder gezaubert und einer MT-09 Beine gemacht, dass es uns die Sprache verschlug. In PS-Heft 9 werden wir daher einen spannenden Vergleich zum Thema MT-09 beim TunerGP haben und können jetzt schon verraten, dass Yamaha mit diesem Triple-Motor unbedingt einen Sportler bauen muss. Die 1290 Super Duke R ist sowieso schon in aller Munde. Prima also, dass Racefoxx diesen Powerprügel in Angriff nahm und damit das Naked Bike-Feld aufwertete.

Gefreut haben wir uns sehr, dass es auch wieder Bewerber aus der Supersport-Klasse gab. Im Sport konzentriert sich leider alles auf die 1000er, weshalb uns die Kandidaten, eine Kawasaki ZX-6R von MTC Lohmann und die Triumph Daytona 675 von Bretters, eindrücklich daran erinnerten, was diese Kategorie so schön macht.

Die Test- und Fotofahrten hatten es also in sich. Die Artikel finden Sie auf den folgenden Seiten und in zwei höchst interessanten Vergleichstests in den nächsten zwei Ausgaben von PS. Bei den Tests wurde die Redaktion auch von namhaften Rennfahrern unterstützt. So griffen Pascal Eckhardt und Christian Kellner ins Geschehen ein, stiefelte Arne Tode durchs Fahrerlager und brachten die Tuner weitere Profis für die Abstimmung ihrer Bikes mit. Kevin Wahr unterstützte bds, Jan Bühn half bei Motorradtke und eigentlich hätte auch Horst Saiger für PS dabei sein sollen, aber sein Sturz auf der TT machte das leider unmöglich.

Alle Bikes vom PS-TunerGP 2014

Foto: Jahn
PS-Jungs mit PS-Held: Abonnent Sebastian Jost strahlte zwei Tage in unserer Box.
PS-Jungs mit PS-Held: Abonnent Sebastian Jost strahlte zwei Tage in unserer Box.

Rennverrückte am Ring

Doch auch drum herum war eine Menge los, denn der TunerGP lockt schon seit Jahren jede Menge Rennverrückte an den Ring. Das Training, professionell organisiert und durchgeführt vom MOTORRAD action team, war restlos ausverkauft. Sponsor Bridgestone versorgte alle zuverlässig mit klebrigen Reifen, und TunerGP-Partner Magura stellte seine Racing Parts direkt im Fahrerlager vor. Eine echte Punktlandung legte unser treuer Prüfstandsprofi Thomas Häfner mit seinem Dynojet hin. Er war morgens pünktlich um sieben Uhr im Fahrerlager und musste schon um elf Richtung Lübeck! Allen für ihren grandiosen Support ein großes Dankeschön an dieser Stelle.

Das gilt auch für Metzger Meier aus Freudenstadt, ohne dessen Catering der TunerGP niemals vollständig und das Grillfest mit dem einen oder anderen Humpen Freibier für alle im Fahrerlager undenkbar wäre.

Neben Tests und Fotofahrten bietet das Event perfekte Bedingungen, um sich zwei Tage ganz intensiv mit den Themen Sportmotorräder, Neuentwicklungen, technische Lösungen und dem Markt zu beschäftigen, Erfahrungen und Meinungen auszutauschen und Kontakte zu vertiefen. Genau das schätzen die Tuner und die Redaktion, weshalb wir stolz auf dieses Event sind und mit Fug und Recht behaupten können, dass nur PS das Ohr so eng an der Szene hat.

Und so können wir verkünden, dass es mit dem TunerGP weitergehen wird. Stay tuned für die nächste Ausgabe 2015 – wir sind jetzt schon ganz heiß auf die Bewerbungen.

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