Psychotest (Archivversion) Sind Sie ein echter Motorradfahrer?

Mann oder Maus, Frau oder Frettchen – der ultimative Selbsttest klärt, wie viel Liter Öl Sie im Blut haben.

Am 23. Dezember des Jahres 1988 betrat ein verhutzeltes Männchen den Harley-Shop von Kutten-Karl in Kassel. Draußen zerstörte ein Schneesturm jegliche Hoffnung auf Sonnenschein, drinnen belagerten Kutte und Konsorten einen kreisrunden Tisch, zwei Meter im Durchmesser. Auf ihm vier übervolle Aschenbecher und mehrere Dutzend leere Bierflaschen. Ein Deckenventilator verteilte quiekend die Stille. Sie hing ab dem Augenblick im Raum, als das Hutzelmännchen eintrat. Seine Belstaff-Jacke schüttelte eine Zentimeter dicke Schneeschicht ab, aus seinem Mund drang heiserer Husten. Zögerlich schritt er auf den Tisch zu. Er setzte sich. Sechs Augenpaare sezierten ihn. Kutte zertrümmerte das Schweigen mit gestelzter Neugier. »Kalt draußen, oder?« »Saukalt.« »Was fährst’n für’n Bock?« Der Fremde starrte auf seine vernarbten, ölverschmierten Hände, blickte kurz nach unten und sagte: »Eine Yamaha XT 500.« Niemals war Stille vollkommener als in jener Sekunde. Kuttes Kumpan Zorro sprang auf. Seine Haare wie ein Gewand, die Augen wie ein Lagerfeuer. Kutte blieb cool. Er griff Zorros Hand und drückte sie auf den kreisrunden Tisch. »Lass gut sein«, sagte er und reichte dem Fremden ein Bier, »sein Bock vibriert schließlich auch.« Das wirft Fragen auf. Muss ein Bike vibrieren, um echt zu sein? Wenn ja, wie? Was muss ein Motorradfahrer tun, um echt zu sein? Hasst er Autos, pinkelt er Benzin, hat er Öl im Blutkreislauf? Darf er ein Saisonkennzeichen haben? Oder MOTORRAD-Abonnent sein? Schraubt er am und nagelt er auf dem Motorrad? Gibt er Fahrfehler zu, oder macht er gar keine? Fährt er permanent schneller als erlaubt oder womöglich sogar mal langsamer? Oder ist all das nur Legende und in Wahrheit kommt es auf etwas ganz anderes an? Prüfen Sie sich selbst.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote