Race Tech: Chattering (Archivversion) Race Tech

Jedes schwingende System hat eine bestimmte Eigenfrequenz. So wie ein Ball, der in einem
bestimmten Rhythmus auf dem Boden hüpft und durch vergleichsweise leichtes Antippen am Hüpfen gehalten werden kann. Wenn sich eng aneinander liegende Eigenfrequenzen
mehrerer schwingender Komponenten überlagern, kommt
es zur Resonanz, bei der das System immer heftiger zu
vibrieren beginnt. Bei MotoGP-Maschinen gelten der Hinterreifen, der Antriebsstrang und das Chassis als jene Bauteile, deren Eigenfrequenzen sich bei bestimmten Fahrsituationen überlagern und binnen Sekundenbruchteilen jenes heftige Rattern auslösen können, das sich vom Heck auf das gesamte Motorrad fortpflanzt. Dieses Chattering tritt weniger bei
hartem Verzögern oder Beschleunigen auf, sondern
meist bei zugedrehtem Gasgriff in der Kurvenmitte und beim
ersten leichten Gasgeben nach dem Scheitelpunkt. Die Einführung der 16,5-Zoll-Hinterreifen von Michelin in der Saison 2000
sowie die neuen, extrabreiten Slicks, welche die Franzosen
für die aktuelle Saison vor-
stellten, verstärkten jeweils
das Problem. Abschaffen lassen sich die entsprechenden Resonanzfrequenzen und damit auch das Chattering nicht, wohl
aber in einen Bereich verlagern, der im Rennbetrieb nicht vorkommt. Einfach ausgedrückt: Wenn eine Kurve nur mit Tempo 140 durchfahren werden kann, stört es den Fahrer wenig,
wenn es dort bei Tempo 160 zum Chattering käme.

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