Radnabenlenkung (Archivversion) Radnabenlenkung

Bereits seit den 20er Jahren gibt es vereinzelt Radnabenlenkungen für Motorräder. Dabei befindet sich der Radträger innerhalb der Radnabe. Er kann eine Drehbewegung ausführen und wird von einer Schwinge abgestützt.

Vorteile: Die Einleitung der Kräfte erfolgt auf direktem Weg über die Radachse und Schwinge auf das Motorrad. Es sind keine komplizierten Rahmenstrukturen wie bei der Telegabel nötig. Zudem sprechen derartige Radaufhängungen in der Regel sensibler an als die Telegabel, bei der bei Federbewegungen zuerst die Losbrechkraft überwunden werden muss. Der Konstrukteur kann mit Hilfe der Geometrie der Radnabenlenkung jeden gewünschten Bremsnickausgleich erzielen. Die Trennung von Radführung, Federung und Dämpfung erleichtert vor allem im Renneinsatz den schnellen Austausch von Komponenten. Nachteile: Die Konstruktion ist nicht nur deutlich aufwendiger und teurer als eine Telegabel, sondern sie verlangt auch nach einer peniblen Einstellung und reagiert empfindlich auf Spiel in Radlagern oder Gelenken. Das gilt ebenso für die Übertragung der Lenkbewegung, die meist über mehrere Hebel, Schubstangen und Gelenke erfolgt. Zudem ist der Lenkeinschlag begrenzt, da die Schwinge wegen der Schräglagenfreiheit schmal gehalten werden muss. Probleme mit der aufwendigen Konstruktion haben der Radnabenlenkung deshalb trotz ihrer unbestreitbaren Vorteile bislang nicht zum Durchbruch verholfen.

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