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Marc Coma ist die neue Werksmaschine quasi auf den Leib geschneidert.

Am 5. Januar startet die Rallye Dakar 2014 181 Motorradfahrer stehen in den Startlöchern

Obwohl die berühmteste aller Wüstenrallyes auch in diesem Jahr mit insgesamt 181 Motorradfahrern ausgebucht ist, wird der Sieg aller Wahrscheinlichkeit nur unter einem knappen Dutzend Piloten ausgemacht. MOTORRAD-Redakteur Peter Mayer wirft einen Blick auf die Favoriten, bevor er zum Rallyestart nach Rosario/Argentinen fliegt.

Foto: KTM
Marc Coma ist die neue Werksmaschine quasi auf den Leib geschneidert.
Marc Coma ist die neue Werksmaschine quasi auf den Leib geschneidert.

In den vergangenen Jahren dürften die Resultate der Dakar in den Wettbüros auf wenig Interesse gestoßen sein. Seit dem Jahr 2005 wechseln sich die Spanier Marc Coma und der Franzose Cyril Despres regelmäßig auf dem Podest des Gesamtsiegers ab, seit der Ausgabe 2001 sitzen die Dakar-Gewinner ausnahmslos auf einer KTM.

Doch in der am kommenden Sonntag startenden Ausgabe der Mutter aller Wüstenrallyes werden die Karten neu gemischt. Vorjahressieger Despres wechselte überraschend zu Yamaha und soll 16 Jahre nach dem letzten Sieg der Blauen (Stéphane Peterhansel, 1998) mit einem Triumph bei der in Frankreich noch immer enorm populären Rallye das Yamaha-Markenimage wieder aufpolieren. Das Problem des Galliers: Der Erfolgsdrucks lastet  ganz allein auf den durchtrainierten Schultern des in Andorra lebenden Profis. Denn mit Olivier Pain (F) und Frans Verhoeven (NL) stehen ihm nur zwei Semi-Privatfahrer als Wasserträger zur Verfügung.

Honda rüstete nach dem enttäuschenden Comeback im vergangenen Jahr für die anstehende Dakar mächtig auf. Die neue CRF 450 Rally hat mit ihrer Vorgängerin nur das grundsätzliche Konzept gemeinsam. Nicht nur Rahmen, Tanks, Rahmenheck und Schwinge unterscheiden sich von der 2013er-Ausgabe sondern auch der Motor. Nach Insider-Informationen ersetzt ein konventioneller Ventiltrieb mit zwei oben liegenden Nockenwellen, das von Honda seit Jahren propagierte Unicam-Prinzip. Auch fahrerisch sind die Roten gut aufgestellt. Von den fünf Werksfahrern gelten zumindest drei als siegfähig. Joan Barreda (E) holte im vergangenen Jahr bei der Dakar bereits vier Etappensiege, Paulo Goncalves (P) ist amtierender Cross Country-Rallye-Weltmeister und Helder Rodrigues (P) will nach drei dritten Rängen bei der Dakar endlich aus dem Schatten heraustreten. Auf manchen Etappen könnten selbst die Wasserträger Sam Sunderland (UAE) und Javier Pizzolito (ARG) manchen Überraschungscoup landen.

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Foto: Yamaha
Das fahrerische Niveau und die Professionalität von Despres sind unbestritten. Was ihm fehlt sind adäquate Teamkollegen.
Das fahrerische Niveau und die Professionalität von Despres sind unbestritten. Was ihm fehlt sind adäquate Teamkollegen.

Trotzdem: Der Weg zum Sieg führt über KTM. Die Österreicher haben angesichts der säbelrasselnden Konkurrenz ihren Rallye-Boliden nochmals kräftig überarbeitet. Von der mit neuem Rahmen, Benzineinspritzung, Karbon-Cockpitträger und in vielen Details modifizierten KTM 450 Rally existieren nur drei Maschinen. Darauf sitzen Superstar Marc Coma (E), dessen Edel-Helfer Ruben Faria (P) sowie Lokalmatador und Rallye-Shooting-Star Francisco Lopez (CHL). In offiziellen KTM-Diensten, aber noch auf dem 2013er-Modell tritt Jordi Viladoms (E) an. Der Spanier ersetzt den im November bei der Rallye Baja 1000 in Mexiko tödlich verunglückten Amerikaner Kurt Caselli.

 

Die Risiken – sowohl fahrerischer als auch technischer Natur – kann auch ein noch so penibel durchgeplanter Werkseinsatz bei einer Wüstenrallye nicht eliminieren. Weshalb sich MOTORRAD trotz aller Spannung für die kommende Rallye vor allem eins wünscht: Das alle Piloten das Abenteuer Dakar ohne schwere Verletzungen überstehen mögen.

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