Rallye Granada-Dakar: Vorschau (Archivversion)

INTERVIEW-KASTENNachdem das Flaggschiff aller Wüstenrallyes, die Paris-Dakar, in den letzten Jahren viel an Popularität eingebüßt hatte, holte sich der Veranstalter TSO im letzten Jahr den Franzosen Hubert Auriol als neuen Steuermann an Bord. Der xxjährige Auriol bestritt als aktiver Teilnehmer alle bisherigen Paris-Dakar-Ausgaben und holte sich dabei auf BMW zwei? Siege in der Motorradwertung und auf Citroen einen? Triumph in der Autowertung.?Die Motorradkategorie der nächsten Paris-Dakar ist mit 140 Teilnehmern bereits ausgebucht.Wie erklären Sie sich das neuerwachte Interesse an dieser Rallye?Weil sich die Organisatoren besser um die Teilnehmer kümmern. Als Fahrer ist es wichtig zu wissen, daß man sich um dich kümmert und daß man ein offenes Ohr für deine Anliegen hat. Wichtig ist auch, daß es im letzten Jahr keinen schweren Unfall gab.?Ist die Chance für einen Privatfahrer heute größer, Dakar zu erreichen?Ja, denn wir wollen ein tolles Rennen veranstalten, das den Fahrern Spaß machen soll. Der Zeitgeist der neunziger Jahre ist anders. Die Leute sind heute nicht mehr bereit, den großen Helden zu spielen, wie es in den Anfangszeiten der Dakar war. Trotzdem bleibt die Dakar, was sie immer war: eine extreme Herausforderung.?Nach den jüngsten Erfolgen von KTM und Heinz Kinigadner erwartet man ein spannendes Duell zwischen Ein- und Zweizylindern. Das hängt jedoch stark von der Streckenführung ab. Wer hat die besseren Karten?Nun, die kurvigen Pisten in Marokko wird sicherlich den Einzylindern besser liegen. Dafür werden die Zweizylinder im flachen Land, wie zum Beispiel im Sahel, Vorteile haben. Ich freue mich auf ein spannendes Rennen, denn wir haben mindestens zehn potentielle Siegfahrer.?Und was ist mit den öden, pfeilgeraden Etappen in der West-Sahara?Die versuchen wir zu vermeiden, aber die Landschaft ist dort eben nun einmal sehr eintönig.?Die große Zeit der Werksteams, als wahre Materialschlachten mit bis zu zwanzig Werksmaschinen stattfanden, scheint für immer vorbei zu sein?Im Durchschnitt standen sich nie mehr als zwei, manchmal drei Werksteams mit bis zu zwölf Maschinen gegenüber. Die Privatfahrer hatten kein gutes Material. Die heutigen Superproduction-Maschinen sind auf sehr hohem Niveau, nur mit dem Unterschied, daß sie jedermann zu einem erschwinglichen Preis kaufen kann. Die Lücke zwischen Werksfahrern und Privatfahrern ist kleiner geworden. Jeder kann heute dieselbe Maschine kaufen, die Peterhansel fährt. ?Topfahrer wie Peterhansel kritisieren, daß durch die Benutzung der GPS-Satellitennavigation die Orientierung viel leichter geworden sei und sich dadurch das Tempo auf den Pisten stark erhöht habe.Ist das nicht eine schlechte Entwicklung?Wir können uns nicht gegen den Fortschritt stellen und GPS verbieten, denn es ist längst technischer Standard. Nach wie vor stellen die unbekannten Pisten und die ständig wechselnden Landschaftsgegebenheiten die größte Herausforderung dar. ?Man spricht heute immer noch von »Paris-Dakar«. Wird irgendwann wieder in Paris gestartet?In der heutigen Zeit ändert sich alles sehr schnell. Deshalb kann man keine verbindlichen Aussagen machen. Bedenken Sie, vor drei Jahren gab es nur sechzig Fahrer am Start. Die Rallye war in einer Krise. Heute sind wir ausgebucht.

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