Rallyesport (Archivversion) Safety first

Unter dem Eindruck der tödlichen Unfälle bei der diesjährigen Dakar-Rallye hat die Internationale Motorradsport-Föderation FIM neue Sicherheitsrichtlinien für Marathon-Rallyes verabschiedet. Bereits für 2005 wird die maximale Gesamtlänge der Sonderprüfungen innerhalb einer Etappe von 800 auf 600 Kilometer reduziert. Etappen über mehr als 700 Kilometer Gesamtlänge inklusive der Verbindungsstrecken (bisher 900 Kilometer) bedürfen einer besonderen Genehmigung, die nur erteilt wird, wenn der Veranstalter weit reichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat.
Um die Fahrer zu entlasten und die Konzentrationsphase nicht über Gebühr auszudehnen, müssen spätestens nach 250 Kilometern Tankstopps vorgesehen werden, während der die Zeitnahme für mindestens 15 Minuten angehalten wird – Tanken ohne Zeitdruck. Zudem werden die Fahrer verpflichtet, künftig Rücken- und Brust-Protektoren zu tragen – was die Frage aufwirft, warum das nicht schon längst Vorschrift ist.
Weitere Regeländerungen zugunsten der Sicherheit der Motorradfahrer sind für 2006 vorgesehen. Danach soll der maximale Hubraum der zugelassenen Einzylinder-Maschinen auf 450 cm³ reduziert werden. Aufgrund nicht näher beschriebener »Erfahrungen bei bestimmten Rallyes 2005« soll diskutiert werden, die bisher übliche Schaumstofffüllung im Vorderreifen (Mousse) zu verbieten.
Unterdessen hat die Markgröninger Firma Ortema, in vielen Sportarten als
innovativer Entwickler und Hersteller von gelenkstützenden Orthesen bekannt, den Prototyp einer Halskrause entwickelt,
die ähnlich dem im Automobilsport verwendeten HANS-System (Head-and-neck-support) das Genick von Rallyefahrern bei einem Sturz schützen kann. Dakar-Sieger Cyril Despres hat sich die Halsorthese
Mitte März direkt bei Ortema zeigen lassen und für gut befunden: »Das ist der richtige Weg. Die Begrenzung des Hubraums halte ich dagegen für unsinnig.« rka/abs

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