Ratgeber Wissen (Archivversion) Öl

Öl ist unverzichtbares Lebenselixier für Motoren.MOTORRAD präsentiert wichtiges Basiswissen rund um den schmierigen Stoff.

Viskositätsklassen
Viskosität ist der Fachbegriff für die Zähflüssigkeit eines Motoröls, die Einteilung erfolgt in SAE-Klassen (Society of Automotive Engineers). Öl niedriger Viskosität, zum Beispiel 5W, ist dünnflüssig, sein Verformungswiderstand gering. Umgekehrt kennzeichnet hohe Viskosität ein zähflüssiges Öl. Generell werden alle Öle bei hohen Temperaturen dünnflüssiger, bei niedrigen dickflüssiger. Für den Einsatz bei kalter Witterung muss das Öl dünnflüssig sein, damit es beim Start möglichst schnell die Schmierung aufbaut. Für hohe Temperaturen eignen sich zähflüssigere Öle. Um die Schmierung bei verschiedenen Temperaturen zuverlässig aufrechtzuerhalten, werden im Motorradmarkt bis auf ganz wenige Ausnahmen ausschließlich Mehrbereichsöle verwendet. Ihre Viskositätsbezeichnungen geben an, wie sie bei unter-schiedlichen Temperaturen reagieren. Ein SAE 5W-50 verhält sich beispielsweise in kaltem Zustand wie ein dünnflüssiges SAE 5W („W“ steht für Winter) und warm wie ein zähflüssiges SAE 50. Das ermöglicht problemloses Anlassen bei Minusgraden und garantiert bei großer Hitze dennoch einen ausreichenden Schmierfilm.


Aufgaben von Motoröl
Abdichten:
Öl muss die Feinabdichtung an kritischen Bauteilen wie Kolbenringen oder an Übergängen von Gehäuse und Antriebswellen gewährleisten.

Kräfte übertragen:
Bei Ventilsteuerungen, die mit Hydrostößeln arbeiten, übertragen Öle die benötigten Kräfte.

Kühlen:
Öle müssen die bei der Verbrennung entstehende Wärme sowie die in Motor und Getriebe durch Reibungsvorgänge entstehende Hitze abführen.

Sauberhalten:
Abriebelemente (Verschleißteile), Schmutzstoffe und Verbrennungsrückstände müssen vom Öl in der Schwebe gehalten werden, damit es nicht zu Ablagerungen im Motor kommt.

Schmieren:
Öl muss die Reibung der Gleitpartner niedrig halten, dadurch für geringeren Verschleiß sorgen und das sogenannte „Fressen“ zweier Reibpartner verhindern.

Schützen:
Öl verhindert wirkungsvoll Korrosion der empfindlichen Motorinnereien.


Spezifikation
API ist die Abkürzung für das American Petroleum Institute, das Motoröle nach Buchstabenkombinationen klassifiziert. Der erste ist bei Ottomotoren ein S; der zweite, beispielsweise G, H, J oder L, gibt den Leistungsstandard an. Welcher Standard mindestens benötigt wird, steht im Fahrzeughandbuch. Die europäische CCMC-Spezifikation wurde ab 1966 von der ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles) ersetzt. Diese macht Viertakt-Motoröle mit dem Buchstaben A in Verbindung mit aufsteigenden Ziffern (beispielsweise A3) kenntlich. JASO MA (Japan Automobil Standards Organization) steht seit Mitte 1999 für die weltweit einzige Spezifikation speziell für Viertakt-Motorradöle.

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