Reifen-Reglement in der MotoGP (Archivversion)

Das umstrittene, in dieser Saison neu eingeführte Reifen-Reglement in der MotoGP-Klasse steht auf der Kippe.

Die in der Saison 2007 eingeführte Begrenzung der Reifenanzahl in der MotoGP-Klasse auf 31 pro Fahrer und Renn­wochenende – wobei sich die Teams bereits am Vorabend des ersten freien Trainings auf die ver­-mutlich passenden Gummimischungen festlegen müssen – wird wieder verschwinden oder zumindest modifiziert. »Ich bin mit Valentino Rossi einer Meinung, dass diese Regel ein Fehler war«, bekennt Carmelo Ezpeleta (Foto), Direktor des GP-Vermarkters Dorna, neuerdings ohne Umschweife. Die Reifenhersteller, fügt er hinzu, wären gut beraten, sich eine neue Problemlösung auszudenken. Ohne akzeptable Vorschläge drohe eine Einheitsreifen-Regelung wie in der Formel 1 oder bei den Superbikes. Was Ezpeleta ebenso wie vielen der Stars sauer aufstößt: Seit dieser Saison sind die Reifen mehr als nur das Zünglein an der Waage. Viele Rennen waren auf das Duell von Bridgestone gegen Michelin reduziert, wobei die in den vergangenen Jahren meist überlegenen Franzosen immer wieder ins offene Messer rannten. Denn die neue Regel nahm ihnen die Chance, kurzfristig über Nacht neue Reifen zu backen und an die Rennstrecke zu bringen – ein klarer Vorteil gegenüber Bridgestone, deren Produktionsstandort in Japan derlei Aktionen schon aus logistischen Gründen vereitelte. »Die Regel ist schlecht, denn es gibt jetzt große Unterschiede, wo es sie früher nicht gab«, erklärt Ezpeleta. »Dies ist keine Meisterschaft der Reifen, sondern der Fahrer und der Motorräder.« fk

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel