Reiseberichte (10)

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Welcome to Ecuador
Mancora im Norden von Peru. Sonne, Strand und Surfer. Kein schlechter Ort also, um ein paar Tage abzuhängen. Vermutlich wären es auch ein paar Wochen geworden, wenn nicht bereits das Ende der Reise drohen würde... Robert (»Mr. Düne«) und Freundin Claudia, mit denen wir von einigen Unterbrechungen abgesehen fast zwei Monate zusammen tourten, waren da schlauer – sie sind vor sieben Monaten ohne Rückflugticket aufgebrochen. Weil man ja nie weiß, wohin es einen verschlägt. Oder was alles unterwegs passieren kann. Und nun ist wegen der defekten KTM von Robert aus unseren Plänen, gemeinsam bis nach Ecuador zu fahren, leider nichts mehr geworden – die beiden haben in der peruanischen Hauptstadt Lima ihre Reise beendet, die eigentlich »nur« sechs Monate dauern sollte, und die beiden Motorräder als Seefracht bereits zurück nach Deutschland geschickt (weitere Infos dazu im Forum).

130 Kilometer nördlich von Mancora. Die Grenze nach Ecuador, unserem letzten Reiseland. Das Grenzkaff Huaquillas wird von uns zum nervigsten Ort der ganzen Reise erklärt. Unzählige Schlepper warten auf unerfahrene Touristen, drängen sich sofort um unserer Motorräder, reden schnell und laut auf uns ein. Jeder will uns beim Gang durch die Behörden behilflich zu sein. Natürlich gegen Bezahlung. Und man erklärt uns, dass wir ohne diese Unterstützung mindestens drei Tage für die Erledigung sämtlicher Papiere bräuchten. Schade, dass alle Büros leicht zu finden sind und sich der Papierkram in Grenzen hält. Sonst hätten wir natürlich gerne etwas bezahlt... Etwa zwei Stunden später haben wir das Gedränge, den Lärm und die enttäuschten Gesichter der Schlepper in Huaquillas schon wieder vergessen. Mit fast 30 Grad ist es angenehm warm, aus den vielen Restaurants am Straßenrand dringt Reggae statt Panflötenmusik und Benzin kostet mit etwa 80 Pfennig pro Liter nur halb soviel wie in Peru. Ecuador ist uns auf Anhieb sympathisch!

Nach einigen Kilometern umgibt uns nur noch sattes Grün. Ausgedehnte Bananenplantagen, bis die Straße schließlich an Höhe gewinnt und sich lange Zeit durch dichten tropischen Wald windet. Ein ungewohnter Anblick nach über 1000 Kilometern auf der Panamericana entlang der nahezu vegetationslosen peruanischen Küste. Irgendwann erklimmt die Straße nach Cuenca schließlich einen windigen Bergrücken. Und kurz vor Sonnenuntergang stehen wir fast 3500 Meter hoch – und frieren bei knapp zehn Grad in unseren durchgeschwitzten T-Shirts und dünnen Jacken ganz erbärmlich, weil die Innenfutter und Thermopullis tief in den Gepäckrollen verpackt sind. Vielleicht hätte ich heute morgen doch besser Karte und Reiseführer studieren sollen.
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Vulkane und Regenwald
In Cuenca, Ecuadors drittgrößter Stadt, gönnen wir uns einen Pausentag. Diese Stadt hat außer einer wirklich guten Konditorei nicht viel zu bieten. Vielleicht haben wir in den vergangenen fünf Monaten zu viele attraktive Städte gesehen – Cusco, Sucre und Cochabamba sind in ihrer kolonialen Pracht nur schwer zu übertreffen.

Weiter in Richtung Banos. Auf der gut ausgebauten Panamericana kommen wir schnell voran. Die Straße windet sich recht kurvig durch den immergrünen Andenrücken, der Ecuador der Länge nach von Süd nach Nord durchzieht. Östlich von uns der tropische Regenwald und schließlich das Amazonasbecken; westlich das feuchtschwüle Küstentiefland mit ausgedehnten Stränden und vielen Fischerdörfern. Und vor uns plötzlich der gewaltige Gipfel des 6310 Meter hohen Vulkans Chimborazo. Wie ein schneeweißer Klotz ragt der höchste Berg des Landes weithin sichtbar auf – eine gewaltige Bastion aus Fels und Eis. Als sich für einen kurzen Moment die Wolken lichten, die seit Wochen an der Ostflanke der Anden über dem Regenwald zu kleben scheinen, können wir auch noch den 5230 Meter hohen Sangay und den 5319 Meter hohen Altar ausmachen – zwei weitere Vulkane, deren perfekt geformte Gipfel über dem grünen Land zu schweben scheinen.

Doch während Chimborazo, Sangay und Altar seit langem keinen Dampf mehr ablassen, wütet es seit zwei Jahren heftig im Inneren des Tungurahua. Als wir am Abend schließlich Banos erreichen, einem Ort direkt am Fuß des Berges, stehen gewaltige Rauchwolken über dem Krater. Mit einem Ausbruch wie 1999, als die gesamte Stadt und das Umland evakuiert werden mussten, ist jederzeit wieder zu rechen. Trotzdem hat sich dieser kleine Ort zum Traveller-Treffpunkt überhaupt in Ecuador gemausert. Und vermutlich gibt es hier mehr Internet-Cafés, Kneipen, Restaurants und Reiseveranstalter als im Rest des Landes – inklusive der höchsten Preise, was die Heerscharen von Touristen aus aller Welt auch nicht davon abhält, hier her zu kommen.

Banos hat Charme, obwohl vieles eher an Disneyland als an Ecuador erinnert. Aber vielleicht ist es das, was viele Reisende suchen. Auch wir sind froh darüber, endlich einmal etwas anderes zu essen zu bekommen als Hähnchen mit Reis. Uns gefällt sogar der (internationale) Trubel auf den Straßen und die laute (auch internationale) Musik, die aus den (auf international getrimmten) Kneipen dringt. Zumindest für ein paar Nächte.
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Zwei lassen Dampf ab
Von Banos aus fahren wir noch einmal über eine verwegene und steile Piste bergab in Richtung Regenwald. Links von uns eine himmelstürmende Felswand, rechts eine tiefe Schlucht, in der der Rio Pastaza fließt, der in Peru schließlich in den Amazonas mündet. Bis ins 42 Kilometer entfernte Mera lassen wir uns auf einer elendigen Schlaglochpiste durchschütteln und von unzähligen Lkw und Bussen einstauben, abdrängen und ausbremsen. Unter einer scheinbar grenzenlosen, geschlossenen Wolkendecke verbirgt sich der dichte Amazonas-Regenwald, der sich von hier aus etwa 4000 Kilometer weit bis zur brasilianischen Atlantikküste erstreckt. Ganz sicher ein weiteres interessantes Reiseziel. Sollte mal mit meinem Chef drüber reden...

Zurück in Banos. Der Gipfel des Tungurahua zeigt sich ausnahmsweise wieder einmal völlig wolkenfrei. Ich mache mich im Sattel der GS sofort auf die Suche nach einem Weg, der irgendwie in Richtung des Vulkans führt. Dabei ist mir schon ein wenig mulmig zumute. In Banos herrscht zur Zeit »Alarmstufe Orange«, was bedeutet, das der Vulkan sehr aktiv ist. Zudem gilt der Tungurahua als »schneller Vulkan«. Ein Ausbruch ist trotz aller Überwachung nur sehr schwer und vor allen Dingen nur sehr kurzfristig vorherzusagen. Ich passiere einige Warnschilder, die an diese plötzliche Gefahr erinnern und mit Pfeilen sogar auf die schnellste Fluchtrichtung hinweisen. Doch bei einem wolkenfreien Himmel macht der Vulkan auch ohne entsprechende Hinweise auf sich aufmerksam: In regelmäßigen Abständen steht ein gewaltiger Rauchpilz über dem Krater.

Doch leider scheint diese Vulkan sehr eitel zu sein. Oder er will sich einfach nicht fotografieren lassen. Bis zum Sonnenuntergang fahre ich über viele kleine Pisten und Wege an den steilen Flanken hin und her. Und immer, wenn ich einen tollen Aussichtspunkt erreicht habe, versteckt sich der Gipfel hinter Wolken. Dann eben nicht. Dafür hat das Fahren heute viel Spaß gemacht – zum ersten Mal seit langer Zeit war ich ohne Gepäck unterwegs. Kaum zu glauben, wie leicht so eine Monsterkuh plötzlich ist. Nur das Kurvenfahren will ohne Gepäck einfach nicht mehr klappen. Das Teil schlingert, als säße ich heute zum ersten Mal auf einem Motorrad. Vermutlich werde ich mich auf meiner schwäbischen Hausstrecke fürchterlich blamieren, wenn bei Tempo 100 oder mehr das erste Eck ansteht...

Endlich wieder zelten
Über die Panamericana rauschen wir weiter in Richtung Norden. Bis wir vor uns den gewaltigen, 5897 Meter hohen Cotopaxi vermuten, der zu den höchsten aktiven Vulkanen der Welt zählt. Ihr wisst schon, die Sache mit den Wolken, die gerne den Gipfel verhängen, wenn sich ein Fotograf nähert. Egal. Wir biegen auf eine sandige Piste ab, die uns im Nationalpark Cotopaxi (zehn US-Dollar Eintritt pro Person) immer näher in Richtung des Vulkans bringt.

Unheimliche Ruhe
Meinen Plan, diesen Berg zu besteigen, habe ich inzwischen aufgegeben. Zum einen wegen des schlechten und unberechenbaren Wetters, das zur Zeit herrscht. Zum anderen ist es mir einfach zu voll. Täglich werden etwa 100 bis 200 Touristen mit Hilfe von Bergführern auf den vereisten Gipfel »gebracht«, der technisch relativ leicht zu erklimmen ist. Viele unterschätzen allerdings die Höhe und die Kälte, und nicht wenige müssen vor dem fast 6000 Meter hohen Ziel aufgeben. Vielleicht ein anderes Mal. Und anderswo, wo weniger los ist.

Etwas abseits des Trubels finden wir auf einer Lichtung in einem kleinen Wald einen idealen Zeltplatz. Natürlich mit Blick auf den Vulkan, der uns seinen Gipfel gegen Abend immer öfter präsentiert. Auf einmal wissen wir, was uns in den letzten Wochen oder Monaten gefehlt hat – unser Zelt und ein Lagerfeuer! Die Ruhe, die uns nach der Dämmerung umgibt, ist fast schon unheimlich. Eben unheimlich schön. Die einzigen Geräusche, die wir vernehmen, sind das Knistern des Feuers und der Wind, der durch die Baumwipfel streicht. So wohl haben wir uns lange nicht mehr gefühlt.

Am nächsten Morgen dann ein Panorama der Extra-Klasse: Der Cotopaxi in voller Größe! Pechschwarze Hänge und erstarrte Lavamassen bis zur Schneegrenze, schließlich ewiges Eis auf dem ebenmäßigen Gipfel. Ein Vulkan wie aus dem Lehrbuch. Ich gebe zu, dass ich heute doch sehr gerne dort oben stehen würde. Der Ausblick von dort oben auf den Regenwald oder auf die anderen Vulkane muss einfach gigantisch sein. Doch noch bevor unser Kaffeewasser auf dem Feuer kocht (zur Erinnerung: unser Kocher ist bereits im chilenischen Arica explodiert), sammeln sich bereits schon wieder graue Wolken um die Spitze. Ärgerlich, aber leider nicht zu ändern. Trotzdem: Bis zum Mittag trödeln wir mit dem Beladen der Motorräder herum, obwohl wir heute noch etwa 350 Kilometer weit bis zur Pazifikküste fahren wollen. Uns kommt es vor, als hätten wir einen Kurzurlaub gemacht, so wohl fühlen wir uns nach dieser Nacht im Zelt.

Noch einmal windet sich die Straße, die von der Panamericana aus in Richtung Westen an die Küste nach Esmeraldas führt, über einen bitterkalten Pass. Dann geht's in abertausend Kurven und Kehren nur noch steil bergab – eine atemberaubende Strecke, die sozusagen im freien Fall vom Schnee in die Tropen führt und keinen Vergleich mit dem alpinen Stilfser Joch zu scheuen braucht. Allerdings mühen sich hier auch unzählige Lkw und Busse. Entweder mit gewaltigen Dieselfahnen in Schrittgeschwindigkeit bergan oder mit nicht minder rauchenden Bremsen bergab. Die Jungs liefern sich zudem Überholmanöver, wie man es sich in der Formel 1 wünscht, nicht aber auf einer gerade einmal zweispurigen Bergstraße. Nur gut, dass wir in der Regel ziemlich zügig passieren können – endlich mal was anderes als diese elendige Bummelei...

Sonne tanken am Äquator
Nach etwa 150 Kilometern fühlen wir uns wieder wie in einer anderen Welt. Vor zwei Stunden haben wir noch jämmerlich gefroren und nun kühlt bei 30 Grad und etwa 100 Prozent Luftfeuchtigkeit nicht einmal mehr der Fahrtwind. Trotzdem – nach so vielen kalten Tagen und Nächten im Hochland gefällt uns dieses Klima. Entsprechend die Vegatation: Zuerst noch tropischer Wald, der schließlich den ausgedehnten Bananen-, Ananas- und Zuckerrohrplantagen weichen musste, die heute noch fast ausschließlich von einer farbigen Bevölkerung bewirtschaftet werden. Die Farbigen sind die Nachfahren der Sklaven, die im 17. Jahrhundert ins Land gebracht wurden. An den Arbeits- und Lebensbedingungen hat sich bis heute vermutlich nicht viel geändert. Wir passieren armselige Hütten aus Bambus oder Holz. Halbnackte Kinder spielen am Straßenrand oder im Müll, während ihre Mütter die Wäsche im Graben daneben waschen und die Männer im Schatten hocken, weil es längst nicht mehr genügend Arbeit im wirtschaftlich fast bankrotten Ecuador gibt.

Keine Lust mehr auf Bewegung
Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichen wir die Pazifikküste und nisten uns in Atacames in einer Pension direkt am Palmen gesäumten Strand ein. Nur hundert Meter weiter beginnt die Flaniermeile des kleinen Orts, in dem halb Quito das Wochenende zu verbringen scheint. Eine Strandbar neben der nächsten, ein Restaurant nach dem anderen und überall Musik bis in den frühen Morgen. Uns gefällt besonders, dass es zwischen 19 und 21 Uhr immer zwei Drinks zum Preis von einem gibt...

Wir bleiben fünf Tage. Unsere Reise ist praktisch zu Ende. Sicherlich hätten wir noch einiges in Ecuador anschauen können. Aber irgendwie hatten wir keine Lust mehr auf Bewegung . Uns genügte, am Strand zu liegen, zu baden und zu lesen und darüber zu reden, was in den letzten Monaten eigentlich alles passiert ist. Irgendwann brauchen Kopf und Körper auch einmal Ruhe. Nach fünf Tagen konnten wir allerdings keine Caipirinia mehr sehen... Dann schließlich der Tag, von dem wir gehofft hatten, dass er nicht so plötzlich kommt: der letzter Fahrtag. Kein schöner Gedanke nach fast 20000 Kilometern in sechs Monaten. Und je näher wir nach Quito, der Hauptstadt des Landes, gelangen, desto schlechter wird unsere Stimmung. Was jetzt nur noch zu tun bleibt, ist für den Rücktransport der beiden BMW zu sorgen.

Der letzte Akt
Tags darauf melden wir uns im Büro von Ecuador Cargo System, der Vertretung von der Spedition Hellmann, die unsere Motorräder vor sechs Monaten nach Chile transportiert hat. Vorher hatten wir uns allerdings direkt bei Air France gemeldet und erfahren, dass pro Kilo etwa 2,10 US-Dollar zu bezahlen sind und wir eine Kiste zimmern müssten. Ecuador Cargo System überrascht uns mit einem deutlich besseren Angebot: 1,60 US-Dollar pro Kilo, und statt einer Kiste würde eine Palette pro Fahrzeug reichen, bei deren Herstellung man uns behilflich sein wolle. Die Motorräder würden übrigens mit Air France nach Stuttgart geflogen.

Nach einem Tag stehen die beiden BMW verladefertig auf den Paletten, tags darauf ist der Zoll erledigt, ohne dass wir etwas tun mussten. Einfacher geht's wirklich nicht mehr. Und billiger ganz sicher auch nicht. Unsere beiden BMW wiegen zusammen 570 Kilo (mit den je 45 Kilo schweren Paletten und Gepäck) ; inklusive aller Nebenkosten müssen wir 960 US-Dollar (etwa 2200 Mark) bezahlen – plus einem Zuschlag von fünf Prozent, weil wir die Rechnung erst nach unserer Rückkehr in Stuttgart beglichen haben. Hätte man uns ja auch vorher sagen können...

Der Rest der Reise ist schnell erzählt. Ein paar Tage Stadtbummel in Quito (nett), ein paar Stunden auf dem bekannten Indio-Markt in Otavalo (viel Ramsch und Nepp) und ein paar Bier in der äußerst lebhaften Kneipenszene in Quitos Neustadtviertel Mariscal-Sucre. Uns fehlen aber die Motorräder, fehlt das vertraute Gefühl, am Morgen aufzuladen und einfach los zu fahren. Schließlich reden wir immer mehr von zu Hause, von unseren Familien und Freunden, auf die wir uns sehr freuen. Ein halbes Jahr ist doch eine lange Zeit. Obwohl, eigentlich kommt es uns vor, als seien wir nur sechs Wochen gereist... Der letzte Tag unserer Reise ist der härteste zugleich.

Eine kleine Bilanz
Ein paar Zahlen? Also, Franca hat im Sattel ihrer F 650 GS knapp 18000 Kilometer zurückgelegt; ich habe meine Monsterkuh fast 20000 Kilometer weit bewegt, wobei ein Drittel dieser Strecke über Pisten führte. Die kleine »F« hat selten mehr als vier Liter verbraucht, während meine GS maximal sechs Liter pro 100 Kilometer verbrannt hat. Unsere Motorräder haben also zusammen ungefähr 1900 Liter Benzin geschluckt. Am teuersten war der Treibstoff in Norden von Argentinien (2,40 Mark pro Liter); am günstigsten in Ecuador (etwa 80 Pfennig). Die Benzinosten belaufen sich bei einem Durchschnittspreis von 1,60 also auf etwa 2850 Mark. Genauer lassen sich diese Kosten leider nicht ermitteln.

Die reinen Reisekosten (inklusive Flug, Motorradtransfer, Benzin etc.) belaufen sich auf etwa 12500 Mark pro Person. Darin sind natürlich nicht die Kosten für die Anschaffung der Ausrüstung (richtet sich nach Bedarf und Geschmack), des Filmmaterials (wer schleppt schon 150 Filme und 20 Kilo Technik sich mit herum?) oder zum Beispiel die Beiträge für die Versicherungen für die Motorräder (Vollkasko ja oder nein?) enthalten.

Geld und Motorräder
Theoretisch kann überall in Südamerika mit einer Kreditkarte Geld an entsprechenden Automaten gezogen werden. Wie gesagt – theoretisch. Wir hatten leider viel Pech mit unseren Mastercards. Trotz richtiger Geheimnummern und trotz dem Mastercard-Logo an den Geldautomaten kamen wir auf diese Art nie zu Geld. Unsere Rettung: Franca hatte zufällig ihre EC-Karte mit dabei – und mit der erhält man in Südamerika an fast jedem Automaten bis zu 500 US-Dollar!
Unser Tipp: mindestens zwei oder – noch besser – drei verschiene Kreditkarten.

Die beiden BMW haben diese nicht immer leichte Reise sehr gut überstanden. 5000 Meter hohe Pässe? Benzin mit nur 80 Oktan? Minus 16 Grad? Alles kein Problem. Mein defekter Kardan hat 8000 Kilometer weit bis zum Schluss durchgehalten. Außer zwei Ölwechseln pro Fahrzeug und dem Reinigen der Luftfilter waren keine weiteren Arbeiten zu erledigen. Jetzt ist natürlich eine größere Inspektion fällig (ich will wissen, was mit meinem Kardan los ist). Die »F« braucht sicherlich einen neuen Kühler, neue Gabelfedern und einen Kettensatz. Ganz sicher hätten wir aber ohne ernsthafte Probleme bis nach Alaska weiter fahren können.

Bis zum Schluss unserer Reise haben wir übrigens 32 Motorradfahrer getroffen, die alle ein halbes Jahr oder länger unterwegs waren oder es noch sind. Wir zählten acht BMW R 1100/1150 GS, vier Honda Africa Twin, drei Honda Transalp, drei KTM Adventure, drei BMW F 650 (davon zwei neue GS), zwei BMW R 80 GS, zwei Honda XL 250, eine Honda Varadero, eine Honda Dominator, eine Yamaha XTZ 660 Ténéré, eine Suzuki DR 650 sowie eine 350er, eine Cagiva Canyon sowie eine Yamaha TT 350.

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