Reiseberichte (8)

Foto: fbms
Weiter nach La Paz mit grenzenlosem Vertrauen in die Technik
Von Sucre via Potosi und Oruro nach La Paz. Etwa 700 langweilige Kilometer, diverse Mautstellen (in Bolivien muss man selbst für einige der übelsten Pisten eine Gebühr entrichten) und eine Handvoll Polizeikontrollen. Mein Hinterrad wackelt nach wie vor – ihr wisst schon: die Sache mit dem angeblich defekten Radlager. Eine klassische Fehldiagnose. Die Lager sahen praktisch aus wie neu; vermutlich ist das Kreuzgelenk des Hinterradantriebes angeschlagen. Aber egal, noch fährt meine Monsterkuh wie am ersten Tag.

Bolivianische Mechanikerkünste
Und ich muss noch immer schmunzeln, wenn ich an die Werkstatt denke, die in wenigen Minuten die beiden Radlager gewechselt hat. Die detaillierten Zeichnungen im Werkstatthandbuch? Interessiert hier keinen Menschen. Auch nicht, dass BMW eine ganze Reihe von Spezialwerkzeugen oder besser gleich einen neuen Hinterradantrieb empfiehlt. Ein »Meister«, vier junge Gehilfen, fünf Stemmeisen und eine viele Tonnen schwere Hydraulikpresse – da fällt selbst das hartnäckigste Lager quasi wie von selbst aus dem Sitz. Und genau so schnell waren die neuen Lager, die mir aus Deutschland geschickt wurden, wieder eingebaut (siehe auch im Forum). Als die Jungs dann auf diese bewährte Art und Weise mal eben blitzschnell den Kardan zerlegen wollten, entschied ich mich schließlich doch gegen diesen Eingriff. So schön Sucre auch ist – Franca und ich hatten einfach keine Lust, noch einmal bestenfalls eine Woche auf ein weiteres Ersatzteil zu warten. Ein Pokerspiel, ich weiß. Aber mein Vertrauen in die Technik ist grenzenlos - schon deshalb weil ich nicht schrauben kann. Mir bleibt im Moment allerdings auch nichts anderes übrig als zu vertrauen...

Inzwischen haben wir übrigens knapp 15 000 Kilometer zurück gelegt; etwa ein Drittel davon auf Pisten jedweder Qualität. Defekte oder Schäden? Bis auf den Ärger mit meinem Kreuzgelenk zum Glück nicht der Rede wert. Ölverbrauch? Bei beiden BMW bisher nicht messbar. Fast wie der Benzinkonsum. Die kleine F, deren Kette ich bis heute noch nicht einmal nachstellen musste, schluckt nie mehr als vier Liter; meine 1100er hat selten mehr als fünf Liter verbrannt. Die F hat sich dank der vielen Rüttelpisten bisher nur ihres Spritz- und Kettenschutzes entledigt. Ärgerlich sind an der kleinen BMW eigentlich nur die schlappe Gabel und der Umstand, dass man zum Beispiel nur um in die Nähe des Luftfilters zu kommen, praktisch das halbe Motorrad zerlegen muss. Und wer hat sich eigentlich diesen Unsinn mit den Torx-Schrauben ausgedacht?

Nun, wie gesagt, bis La Paz nichts Außergewöhnliches. Vielleicht waren unsere Sinne deshalb nicht besonders geschärft. Oder vielleicht hatten wir in den letzten Tagen mangels Gegenverkehr auch einfach nur vergessen, dass auf Boliviens Straßen praktisch keine Gesetze herrschen. Oder dass nur die wenigsten die Gesetze kennen. Ihr erinnert Euch: In diesem Land erhält man den Führerschein quasi an der Ladentheke und nicht nach einer Prüfung. Wer – wie wir – zum Beispiel an einer roten Ampel hält, fällt äußerst unangenehm auf und wird bestenfalls nur ausgehupt. Ich erzähl keinen Mist: in El Alto, einem nicht gerade einladenden Vorort von La Paz, kümmert´s auf der vierspurigen Hauptstraße keinen Menschen, welches Licht gerade brennt...
Anzeige
Foto: fbms
In Boliviens Metropole
Hinter der letzten Mautstelle blicken wir zum ersten Mal auf La Paz. Das Häusermeer von Boliviens größter Stadt liegt in einem Talkessel fast 700 Meter unter uns. Armselige Bretterhütten an den Hängen und Hochhäuser tief unten im Zentrum. Hinter der Stadt ragt der 6439 Meter hohe Illimani mit seinen drei verschneiten Gipfeln auf. Nur wenige Großstädte liegen ähnlich schön. Oder ähnlich hoch: In La Paz wohnt man 3600 Meter über dem Meeresspiegel! Wir steigen im »Hotel Oberland« ab (www.h-oberland.com), das unter Motorradreisenden hoch gehandelt wird. Auf dem Gelände parken bereits die KTM Adventure, die Yamaha XTZ und die BMW F 650 von Robert, Claudia und Dirk. Und wir lernen Silke und Marcel kennen, die in ihrem VW-Bus in einem Jahr von Alaska bis hierher gefahren sind.

Am nächsten Tag im Zentrum von La Paz. Zuerst entlang einer breiten Hauptstraße mit internationalen Geschäften und Boutiquen, Banken und Mc Donalds, auf den Bürgersteigen Heerscharen von fliegenden Händlern, Schuhputzern und Bettlern. Nur ein paar Schritte weiter enge Gassen, in denen alte Indianerinnen Kräuter und Pulver gegen allerlei Krankheiten oder böse Geister verkaufen, wo neben Seife und Süßigkeiten auch Lama-Embryos angeboten werden, die man, um Unheil abzuhalten, in die Fundamente von Häusern einmauert. Reisegruppen werden im Minutentakt durch dieses Viertel geschleust, und bald werden die Indianerinnen sicher gänzlich von den Restaurants, Reiseagenturen und Souvenirläden verdrängt sein. Nach ein paar Stunden können wir diesen unglaublichen Lärm und Gestank kaum noch ertragen.

Irgendwie ist uns nach fast einem Monat in Bolivien dieses grandiose Freiheitsgefühl abhanden gekommen, welches sich in den beiden anderen Ländern sofort eingestellt hatte. Egal, ob in den Bergen oder am Strand – in Chile und Argentinien konnten wir unbehelligt zelten und hatten die schönsten Orte oft für uns allein. In Bolivien sind Hotels zur Pflicht geworden, um einen sicheren Platz für uns und die Motorräder zu finden. Nun würden wir vieles dafür geben, statt ständig neben einer rund um die Uhr belebten Plaza oder Straße endlich einmal wieder in aller Ruhe neben einem rauschenden Fluss zu schlafen.
Anzeige
Foto: fbms
Sturzflug in die Yungas auf der gefährlichsten Straße der Welt
Noch einmal schlängeln wir uns am nächsten Morgen durch La Paz und verlassen die Stadt für einen Tagesausflug in Richtung Nordosten. Kaum haben wir die letzten Häuser passiert, führt die Straße steil bergan und windet sich dabei durch eine zuerst grüne, dann immer karger werdende Berglandschaft, die uns an die italienischen Alpen erinnern – wäre da nicht nach etwa 30 Kilometern das Schild mit dem Hinweis, dass wir uns oben auf dem 4650 Meter hohen La-Cumbre-Pass befinden. Es folgen etwa siebzig atemberaubende Kilometer: eine Strecke, die bis in das 3000 Meter tiefer gelegene Urwaldkaff Coroíco ausnahmslos bergab führt und von der es heißt, sie sei die »gefährlichste Straße der Welt«.

Der Weg verschwindet in den Wolken
Aber noch zeigt sich dieser Weg bis auf ein fast schon schwindelerregendes Gefälle harmlos. Auf überraschend guten Asphalt stürzen wir regelrecht hinunter in eine tiefe grüne Schlucht. Schließlich ein Checkpoint. Bewaffnete Militärs und Drogenfahnder, die an uns allerdings kein Interesse haben. Ein paar Kilometer plötzlich ein Panorama der Extraklasse: ab hier ist die oft nur noch Auto breite Piste in den senkrechten Fels gehauen – viele hundert Meter hoch über dem tropischen Wald der Yungas. Der Weg verschwindet schließlich in den Wolken und irgendwo dort unten muß Coroíco liegen. So begeistert wir von dieser Streckenführung sind, so mulmig wird uns bei dem Gedanken, dass auf dieser zumeist einspurigen Piste ab jetzt für talabwärts fahrende Fahrzeuge Linksverkehr gilt – wir fahren direkt am Abgrund entlang. Ohne Netz und doppelten Boden.

Die Vegetation um uns herum wird immer grüner und tropischer. Bambus, gewaltige Farne und Bananen umschließen den Weg, lassen stellenweise kaum noch Licht auf die staubige Piste fallen. Rechts eine Wand, an der sich jeder Freeclimber vermutlich die Finger brechen würde; links ein schwindelerregend tiefer Abgrund, der, dafür spricht schon allein die Anzahl der Kreuze am Straßenrand, bereits unzähligen Fahrern zum Verhängnis geworden ist. Schwer verständlich, dass die Burschen am Steuer der vielen Lkw und Busse hier hoch und runter toben, als wäre ihnen ihr Leben nichts wert. Unseres zählt ohnehin nicht. Mehr als einmal flüchten wir uns in letzter Sekunde gerade noch in eine der vielen Ausweichbuchten.

An einer besonders unübersichtlichen und wegen eines Wasserfalls zudem noch sehr rutschigen Passage regelt ein alter Mann den Verkehr. Seine ganze Familie, erfahren wir von ihm, sei vor einigen Jahren an dieser Stelle in den Abgrund gestürzt. Seitdem steht er hier jeden Tag, um zu verhindern, dass sich so ein Unfall wiederholt. Die Autofahrer danken ihm diese Arbeit mit ein paar Pfennigen.

Regen im Regenwald und Seegang auf dem Titicaca-See
Kaum haben wir die beiden BMW auf der Plaza in Coroíco abgestellt, beginnt es zu regen. Na prima. Jetzt werden wir auf dem Weg zurück nach La Paz vermutlich auch noch im Schlamm versinken. Bergauf nach La Paz rutschen wir stellenweise tatsächlich mehr als wir fahren. Und obwohl wir jetzt bergauf auf der Innenseite der Piste fahren, kommen wir öfter in Bedrängnis als bei der Hinfahrt – weil der bergab fahrenden Gegenverkehr uns bei diesem Gefälle jetzt weitaus schneller entgegen kommt. Und überhaupt: Ich habe bis heute nicht verstanden, warum hier eigentlich fast soviel los ist wie zu Ferienbeginn am Brenner...

35 Grad Temperaturunterschied
Im letzten Sonnenlicht mühen wir uns wieder auf den La-Cumbre-Pass. Während wir in Coroíco fast 30 Grad Celcius hatten, sinkt das Thermometer hier oben auf schattige fünf Grad unter Null. Leute, das war ein grandioser Tag: 200 Kilometer, 3000 Meter herunter und wieder hinauf und 35 Grad Temperaturunterschied. Und das auf einer Strecke, die in jeder Beziehung wahrlich einzigartig ist.

Die letzte Etappe in Bolivien: Stur geradeaus führt die Straße über das windige Altiplano in Richtung des 3800 Meter hoch gelegenen Titicaca-Sees, den wir nach etwa 70 Kilometer zum ersten Mal erblicken. Doch erst ab dem kleinen Hafenort Huatajata beginnt die Stecke kurvig und aussichtsreich zu werden. Wir fahren oberhalb des silbrig schimmernden Sees, schauen über das Wasser zurück auf den gewaltigen Illimani bei La Paz und nach rechts auf den imposanten und schneeweißen Gebirgszug der Cordillerra Real, deren höchster Gipfel, der Illampu, 6368 Meter misst.

Schließlich fällt die Straße wieder hinunter an den See und endet direkt am Wasser. Knapp 800 Meter sind es bis zum gegenüber liegenden Ufer – und dorthin gelangt man nur mit einem klapprigen Fähre. Alles eigentlich kein Problem. Eigentlich. Doch heute herrscht ein wahrlich respektabler Wellengang. Mühsam rangieren wir die beiden BMW über die groben Holzdielen, aus denen der Boden der Fähre gezimmert ist und versuchen, irgendwo Halt für uns und die Motorräder zu finden. Keine leichte Nummer, den diese Nussschale schaukelt hin und her als befänden wir uns mitten im Nordatlantik und nicht auf einem See.

Copacabana und der Nepp auf den schwimmenden Inseln bei Puno
Schließlich gelangen wir nach Copacabana, ein Nest, das in einer wunderschönen Bucht liegt – und in dem eine für diesen Ort viel zu groß geratene Kathedrale steht. Doch dieser Ort ist bereits seit 3000 Jahren ein wichtiges religiöses Zentrum und heute ein bekanntes Wallfahrtsziel. Und vor der Kathedrale werden regelmäßig auch Fahrzeuge gesegnet. Nur heute leider nicht. Dabei hätte mein Kreuzgelenk etwas Zuspruch verdient...

Ein paar Kilometer weiter die Grenze nach Peru. Wie immer bin ich ziemlich nervös, obwohl ich an südamerikanischen Grenzen bis auf den lästigen Papierkram (besonders Chile) und einige Durchsuchungen (ebenfalls Chile) eigentlich noch nie Ärger gehabt habe. Doch entgegen meinen schlimmsten Erwartungen erweisen sich Behörden an diesem Übergang als überaus freundlich und völlig korrekt. Begleitet von einem furiosen Sonnenuntergang rauschen wir bis ins 100 Kilometer entfernte Puno. Und treffen Robert, Claudia und Dirk.

Am nächsten Tag sitzen wir wieder in einem Boot. Diesmal auf dem Weg zu den schwimmenden Inseln, den Uros, die sich einer weiten, flachen Bucht vor Puno befinden. Auf diesen kleinen Inseln, die komplett aus verschnürten Schilfbündeln bestehen, lebte einst das Volk der Uro, das sich der übermächtigen Inka-Herrschaft nie unterworfen hat (der letzte Uro starb 1958). Heute werden diese Wohninseln vom Volk der Aymara und Quechua bewirtschaftet – als Attraktion für Touristen, die drei extra für diese Zwecke eingerichtete Inseln zu sehen bekommen, die sich fast vollständig gleichen: unzählige Buden mit Souvenirs, davor zumeist alte Indianerinnen, die äußerst hartnäckig ihre Ware anbieten. Statt einen in der Reiseliteratur viel gepriesenen »kulturellen Höhepunkt« zu erleben, kommen wir uns vor wie auf einer Butterfahrt mit anschließender Verkaufsveranstaltung.

Am Abend erfahren wir eine fürchterliche Nachricht: Klaus Mertmann, auf einer Monsterkuh in Südamerika unterwegs, ist vor ein paar Tagen bei einem Unfall ums Leben gekommen. Ich kannte Klaus nur durch seine Mails im Forum und durch ein Telefongespräch. Er wollte mir einen Reifen nach Cuzco mitbringen, wo wir uns für dieses Wochenende verabredet hatten. Und nun ist das passiert, was nie passieren darf und was wir einfach nicht glauben wollen und glauben können. In unserer Verzweiflung und Trauer stellen wir ein kleines Kreuz an der Unfallstelle auf, die etwa 20 Kilometer westlich von Juliaca liegt. Unsere Lust, weiter zu reisen, ist in diesen Tagen gleich Null.

Cuzco nervt – und wir flüchten in den Urwald
Ziemlich niedergeschlagen machen wir uns mit Claudia und Robert langsam auf den Weg in die alte Inka-Hauptstadt Cuzco – für mich seit meinem ersten Besuch vor acht Jahren eine der schönsten und interessantesten südamerikanischen Städte. Doch der Trubel, der hier inzwischen herrscht, ist fast schon unerträglich. Ebenso der gnadenlose Konkurrenzkampf um die Gunst der tausendfach angereisten Touristen aus aller Welt. Nervige Schlepper vor jeder Tür und vor jedem Restaurant, kaum ein Meter zu Fuß, ohne von Straßenhändlern und Handzettel-Verteilern (»Hi amigo, we have a special price only for you!«) angesprochen zu werden. Und für peruanische Verhältnisse sind die Preise hier schlichtweg exorbitant.

Auf der Suche nach Ruhe und um auf andere Gedanken zu kommen, fliegen wir zu viert für drei Tage in eine Urwaldlodge in der Nähe von Puerto Maldonaldo, einem staubigen Dschungel-Handelsposten. Kaum aus dem Flieger raus, fühlen wir uns wirklich wie in einer anderen Welt. Das tropisch-heiße Klima tut nach so vielen Wochen zumeist in den Bergen einfach nur gut. Ebenso gefallen uns die Fahrzeuge, mit denen wir ab jetzt unterwegs sind: In einem klapprigen 125er Honda-Dreirad vorbei an den bunten Holz- und Wellblechhütten von Puerto Maldonaldo und schließlich zum Hafen, wo bereits ein Flußtaxi – ein breites Kanu – auf uns wartet. Eine Weile später tuckern wir über den breiten und schlammig braunen Rio Madre de Dios. Rechts und links grüner Urwald. Wir sehen Kaimane, die, sobald wir ihnen zu nahe kommen, sich vom Ufer ins Wasser stürzen. Allerdings entdecken uns auch die ersten Moskitos, die sich überall an uns zu schaffen machen.

Die Tambo-Lodge entpuppt sich als genau der Ort, nach dem wir alle gesucht haben: einfache aber gemütliche Pfahlhütten umgeben von tropischen Pflanzen und Bäumen. Kein Strom, keine anderen Gäste und kein Geräusch. Zumindest kein störendes, sondern nur das Pfeifen, Kreischen oder Schreien der Vögel. Noch am gleichen Nachmittag führt uns ein Guide durch den Wald am gegenüberliegenden Ufer. Zum Wrack der Fitzcarraldo, jenem Dampfschiff deutscher Herkunft (Baujahr vermutlich 1920), das auf eine bewegte Vergangenheit als Kautschuktransporter, Truppentransporter und Hospitalschiff zurück blickt. Seit einem Unwetter liegt dieses Schiff – oder das, was davon übrig ist - nun unverrückbar in einem Wasserloch etwa zehn Minuten vom Fluss entfernt. Angeblich diente die Fitzcarraldo sogar als Vorlage für Werner Herzogs gleichnamigen Film mit Klaus Kinski in der Hauptrolle. Als die Sonne versinkt, sitzen wir wieder in der Lodge - mit Blick auf den trägen Fluß und einem kühlen Bier in der Hand. Mehr braucht kein Mensch! Die Moskitos braucht allerdings auch keiner...

Im Helikopter nach Machu Picchu
Wieder in Cuzco sind wir endlich gespannt auf Machu Picchu, jene geheimnisvolle und spektakulär gelegene Stadt der Inkas, die vermutlich ein heiliger Ort von sehr großer Bedeutung gewesen sein muss und die erst 1911 wieder entdeckt wurde. Zumindest für den Rest der Welt, denn die hier lebenden Indigenas wussten immer von Machu Picchu, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Wir entscheiden uns bei einem Bier für einen Helikopterflug, um nach Machu Picchu gelangen. Die 90 US-Dollar pro Person scheinen uns gut angelegt. Als endlich die Ruinenstadt auftaucht, die auf einem Felssattel hoch über dem Rio Urubamba sitzt, wären wir vor Begeisterung am liebsten gleich per Fallschirm abgesprungen. Leider bleibt uns allerdings nichts anderes übrig, als ein völlig überteuertes Busticket (zehn Mark für sechs Kilometer) zu zahlen. Und dann ist da noch der nicht gerade bescheidene Eintritt nach Machu Picchu, der mit etwa 50 Mark pro Person zu Buche schlägt... Nun gut. Weil über Machu Picchu aber schon alles geschrieben wurde, mache ich jetzt Schluß. Ich sage nur: Wer diese wirklich einzigartige Anlage noch nicht gesehen hat, sollte tunlichst hier her kommen!

Einige Nachträge
1. P.S.: In La Paz wurden wir aufs angenehmste überrascht: In der Post warteten gleich zwei Päckchen auf uns – vom Kollegen Thorsten Dentges (MOTORRAD online). Leute, Ihr glaubt gar nicht, wie wir uns über den Inhalt gefreut haben: »Zwei Herzen in der Bergeinsamkeit« (einer dieser wirklich spannenden Heimatromane!), ein Rätselheft, das »Goldene Blatt«, ein »Stern« und »Modern Living«, damit wir auch in Südamerika bloß keinen neuen Wohntrend verpassen... Ach ja, natürlich fehlte auch nicht die aktuelle Ausgabe von MOTORRAD! Als dann noch ein Gruppenfoto von der Redaktion zum Vorschein kam, mussten wir uns erst einmal setzen. Wir waren wirklich gerührt.
Nun hatte meine Mutter ebenfalls ein Paket geschickt. Voll mit Gummibärchen, Snickers, Vanillepudding und – logo – einigen MOTORRAD-Ausgaben. Am Abend brannte natürlich die Luft. Ich meine, als Franca und ich mit den MOTORRAD-Heften ins Restaurant marschierten, wo bereits Robert, Claudia, Dirk, Silke und Marcel saßen...

2. P.S.: Wer nach La Paz kommt, sollte sich auf keinen Fall das Coca-Museum in der Calle Linares entgehen lassen. Auf kleinstem Raum wird alles über den Anbau und die Geschichte der Coca-Pflanze bis hin zur Kokain-Herstellung erzählt. Eine kleine Sensation.

3. P.S.: Unser Reifen-Krimi hat ein Ende; seit gestern sind beide BMW nach 15000 Kilometern mit neuen Hinterradreifen versehen (TKC 80), die uns von Deutschland über Lima nach Cuzco geschickt wurden. Wir möchten uns dafür besonders bei Dina de la Piedra von Inchcape Motors in Lima (BMW) bedanken! Und natürlich auch bei Robert (Mister Düne) und Claudia, die die Reifen, während ich diesen Text geschrieben habe, für uns gewechselt haben. Versteht Ihr nun, weshalb wir die beiden überredet haben, mit uns bis nach Ecuador weiterzufahren?

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote