Rennen 250er (Archivversion)

Ausfallorgie

250-cm3-Champ Jorge Lorenzo holte den zweiten Sieg 2007, hinter ihm brach die Viertelliter-Welt zusammen.

Jorge Lorenzo setzte sich in einem tollen Dreikampf gegen Aufsteiger Alvaro Bautista und Honda-Star Andrea Dovizioso durch und holte den zweiten Sieg im zweiten Rennen. Hinter dem Trio fiel eine ganze Reihe an Top-Piloten aus. Nach Roberto Locatellis schwerem Trainingsunfall (siehe rechts) stürzte sein Gilera-Teamkollege Marco Simoncelli schon in der ersten Runde, die Lokalmatadoren Hector Barberá (Aprilia) und Repsol-Honda-Aufsteiger
Julian Simon erwischte es
kurz vor Rennmitte. Tom Lüthi ratterte mit einem Kolbenklemmer in seinem Aprilia-Motor in den Kies, weil ein Kabeldefekt die Benzinpumpe lahmgelegt hatte, an Mika Kallios KTM brach ein Getriebezahnrad des zweiten Ganges. »Deutsche Wertarbeit«, knirschte Konstrukteur Harald Bartol angesichts des Zulieferteils und tröstete sich mit dem sechsten Platz von Hiroshi Aoyama, der die Warnungen seines Arztes nach der schweren Fingerverletzung von Qatar in den Wind schlug und die Zähne zusammenbiss.
Dank der vielen Ausfälle kam es zum Wunder von
Jerez, bei dem die Aprilia-Privatfahrer Dirk Heidolf
Rang zehn und sein Kiefer-Teamkollege Alex Baldolini Rang 13 eroberten, obwohl der Italiener mit einem
Highsider in der Zielkurve noch zwei Plätze einbüsste. »Das ist das Maximum des Erreichbaren. Ein historischer Moment«, strahlte Teamchef Stefan Kiefer angesichts
der Übermacht von insgesamt zwölf Werks- und fünf Semi-Werksmaschinen im Feld. fk
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Rennen 125er (Archivversion) - Go East

Gabor Talmacsi und Lukas Pesek sorgen für die Osterweiterung der sonst spanisch/
italienisch dominierten 125er-Klasse, der Deutsche Sandro Cortese wurde Siebter.
Aspar-Aprilia-Pilot Gabor Talmacsi aus
Ungarn holte sich in einem Foto-Finish gegen den tschechischen Derbi-Werksfahrer Lukas Pesek den Sieg in der 125er-Klasse. Nicht minder spannend war der Dreikampf um Platz sieben, den Sandro Cortese auf seiner Emmi-Caffè-Latte-Aprilia ebenfalls um Sekundenbruchteile gegen seinen Aprilia-Markenkollegen Joan Olivé und den Österreicher Michi Ranseder auf Derbi für sich entscheiden konnte. »Jetzt läuft mein Motorrad wie eine Rakete«, jubelte der schwäbische Teenager nach dem besten GP-Ergebnis seiner Karriere. Bei den Vorsaisontests und beim ersten Rennen in Qatar war seine Maschine nämlich ständig festgegangen. »In Qatar fuhr ich ständig mit zwei Fingern an der Kupplung, weil ich Kolbenklemmer fürchtete. Nun ist das Vertrauen ins
Motorrad wieder da.« fk

Kurzmeldungen (Archivversion)

+++ Roberto Locatelli zog sich bei einem Unfall im freien Freitagstraining der 250er schwere Verletzungen zu. Der 32-jährige Gilera-Pilot kam in einer Kurve von der Strecke ab, fuhr ge-
radeaus und knallte mit 120 km/h in die Streckenbegrenzung aus einem Reifenstapel. Der 125er-Weltmeister von 2000 erlitt ein Gehirntrauma, 18 Knochenbrüche im Gesicht, einen Schlüsselbeinbruch, Brustkorb- und Lungenprellungen sowie einen offenen Bruch des linken Knöchels. Locatelli wurde sofort ins Hospital von Cadiz gebracht und in ein künstliches Koma versetzt.
+++ Mario Illien, Besitzer des
Ilmor MotoGP-Teams, kam zu seinem vorläufigen Abschieds-
besuch nach Jerez. Ließ er ursprünglich verlauten, das Team werde die erste GP-Saison auch ohne Sponsor bestreiten, so
haben es sich der Schweizer und sein US-Partner Roger Penske nach den jüngsten Misserfolgen anders überlegt. Illien, der bislang schon 18 Millionen Euro
in die MotoGP-Entwicklung gesteckt hat, beziffert die laufenden Kosten für eine komplette Saison mit 18 Rennen auf untragbar hohe zwölf Millionen Euro und will erst dann wieder einsteigen, wenn sich ein Hauptsponsor gefunden hat. Während die Motorenentwicklung auf Sparflamme weitergehen soll, ist das Team bereits aufgelöst. Die Fahrer Andrew Pitt und
Jeremy McWilliams trieben sich
in Zivil im Fahrerlager herum
und ertränkten ihren Kummer in Rotwein, die Mechaniker suchten längst nach neuen Jobs. »Mitte April gibt es ein Meeting mit einem möglichen Geldgeber. Das ist die letzte Chance«, ließ Jeremy McWilliams wissen.

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