Rennsporteinstieg für Kinder (Archivversion) Potz Kids

Valentino Rossi, Stefan Everts oder Doug Lampkin haben´s vorgemacht: Nur was Hänschen lernt, bringt den Hans zum WM-Titel. Kein Wunder, wenn sich die Kids derzeit hinter den Startlinien drängeln.

Interviews mit den amerikanischen Supercross-Könnern könnten sich die Moderatoren der Indoor-Spektakel meist sparen. Tolle Strecke, prima Publikum und ein Dank an die Sponsoren. Gähn. Nur bei einer Frage sind sich die Sprecher dem Raunen des Publikums sicher, nämlich dann, wenn die meist nicht mal 25 Jahre alten Cracks auf die Dauer ihrer bisherigen Karriere angesprochen werden - und dann locker von ihrem ersten Rennen Ende der siebziger Jahre erzählen.Denn wie im Moto Cross gilt mittlerweile in fast jeder Motorradsportart ganz offensichtlich: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Schließlich saßen auch die Herren Biaggi, Kocinski, Tarrès, Chambon und Tatum früher auf der Sitz- als auf der Schulbank.Wobei es diese Herrschaften, was die Auswahl an kinder- beziehungsweise jugendtauglichen Motorradsport-Disziplinen anno dunnemals noch nicht so leicht hatten wie heutige Kids. In der Regel gab´s für die Youngster nur zwei Alternativen: Moto Cross oder Trial. Heute darf Herr Sohnemann oder Fräulein Tochter aus dem vollen wählen. Für jede Neigung gibt´s inzwischen den richtigen Sport samt passendem Untersatz.Kein Wunder, wenn sich die Starterzahlen im Jugend-Motorradsport kontinuierlich nach oben bewegen. Spitzenreiter in Sachen Youngster-Sport ist ganz klar Moto Cross. In einer nahezu unüberschaubaren Flut von regionalen und bundesweiten Serien tummelt sich eine stetig steigende Zahl von Stollen-Kids. Aber selbst in jahrelang mit Nachwuchsproblemen dahinsiechenden Spezies wie dem Bahnsport driften inzwischen weit über 100 Mini-Stahlschuhritter um die Ovale - Tendenz steigend. So reizvoll Jugend-Motorradsport auch sein mag, so viel Gefahr lauert auf die Kleinen. Allerdings weniger von den für den Zweiradsport eben unvermeidlichen Sturzrisiken, sondern eher von Seiten der Eltern. Denn überehrgeizige Erzeuger, die ihr finanzielles und persönliches Engagement für den Sprößling subito mit Pokal und Siegerkranz belohnt sehen möchten, haben schon mehr Karrieren zerstört als alles Sturzpech dieser Welt zusammengenommen.

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