Renntrainings 1997 (Archivversion) Eil-Verfahren

Wer mal richtig Gas geben möchte, ohne dabei Kopf und Kragen zu riskieren, hat bei organisierten Renntrainings mit Sicherheit seinen Spaß.

Sie, genau Sie, Sie sollten´s wirklich mal probieren. Ach so, Chopper, Enduro oder Cruiser zu Hause im Stall. In Ordnung, entschuldigt. Aber für alle anderen gilt: Lassen Sie die Knie mal über die Curbs raspeln - oder versuchen Sie´s wenigstens.Selten zuvor war es derart einfach, ohne Gegenverkehr und mit ausreichend Sturzraum das zu genießen, was sportliches Motorradfahren eigentlich ausmacht: beschleunigen, bremsen, Schräglage satt. Wo und wie? Kein Problem. Sogenannte Renntrainings sind derzeit das Gebot der Stunde.Hinter dem sportiven Namen steckt in aller Regel ein einfaches Rezept. Ein Veranstalter mietet eine Rennstrecke an und läßt das motorradfahrende Volk - freilich gegen Gebühr - einmal Mick Doohan spielen. Ganz klar, daß sich von diesen Angeboten im wesentlichen die Heizerfraktion angesprochen fühlt. Doch keine Bange, daß Sie da dann nicht mithalten können. Einige Organisatoren bieten spezielle Trainings für Rennstrecken-Neulinge, die teilweise von Instruktoren betreut werden, an. Andere teilen ihre Kundschaft sinnvollerweise in verschiedene Leistungsklassen ein, um Anfängern die Angst vor allzu rennfiebrigen Sportskameraden zu nehmen.Überhaupt, auf die Betreuung kommt es an, in der sich seriöse von geldgierigen Renntraining-Veranstaltern unterscheiden. Deshalb prüfe, wer sich für ein Wochenende bindet. Hat der Veranstalter, wie erwähnt, eine Einteilung nach Leistungsklassen vorgesehen? Wieviel Fahrer dürfen gleichzeitig die Strecke benutzen? Mehr als 35 sind für kleinere Strecken wie Calafat oder Lurcy Levis die Obergrenze, für mehr als 50 Fahrer wird es auch in Barcelona oder Magny Cours eng. Sind zumindest an den neuralgischen Punkten der Piste genügend Streckenposten vorhanden? Wenn nicht, kann´s im Falle eines Falles für die Nachfolger äußerst enge werden. Wieviel Sanitätspersonal hat der Veranstalter verpflichtet? Ist nur ein Arzt vor Ort, der möglicherweise einen verletzten Fahrer ins Krankenhaus begleiten muß, muß das Training unterbrochen werden. Besser sind also zwei Weißkittel.Und wenn´s schon gekracht hat, was dann? Die medizinischen Behandlungskosten werden auf jeden Fall von der Krankenversicherung übernommen. Im Ausland sollte aber nie auf eine zusätzliche Auslands-Krankenversicherung verzichtet werden, die eventuell höhere Behandlungskosten abdeckt.Doch bevor Sie mindestens einen Hunderter für die Fahrt über Europas Rennstrecken hinlegen, können sich Unentschlossene preisgünstiger auf Erkundungstour begeben. Eine Runde auf der Nordschleife des Nürburgrings ist für 22 Mark drin (Kontakt: Nürburgring GmbH, Telefon 0 26 91/302-144). Auf dem Hockenheimring (Kontakt: Hockenheimring GmbH, Telefon 0 62 05/95 00) kann mit zugelassenen Motorrädern jeden Donnerstag von 17 bis 20 Uhr trainiert werden.

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