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Reportage MX Academy Nachwuchs rauf aufs Motorrad

"Früh übt sich...", gilt mehr denn je im Motorsport. Aber nirgendwo sonst ist es wichtiger, richtig anzufangen – um nicht unnötig Geld und die Gesundheit aufs Spiel zu setzen.

Markus Schmitt rinnt der Schweiß in Strömen. So geht es ihm meistens, wenn er auf dem Gelände des Motocross-Clubs in Frankenthal ist. Aber an diesem hochsommerlichen Vormittag sitzt er nicht im Sattel seiner eigenen Crossmaschine, sondern rennt als Trainer der MX Academy neben dem neunjährigen Oskar her. Markus Schmitt ist Jungendtrainer im AMC Frankenthal, einem der Stützpunkte der MX Academy, mit der der ADAC den Nachwuchs aufs Motorrad bringt, und Oskar ist einer, der vielleicht ein echter Rennfahrer werden will.

An sieben Standorten über ganz Deutschland verteilt können Jungs und Mädels wie Oskar zwischen sieben und zwölf Jahren einmal ausprobieren, wie Motocross richtig geht und ob ihnen dieser Sport Spaß machen könnte. Und bald schon geht es wieder los, ab 16. Februar können sich Interessierte online anmelden (www.adac-motorsport.de) und einen Tag lang Motocross antesten. Die komplette Fahrer-Ausrüstung und das Motorrad gibt‘s für 38 Euro zu der professionellen Anleitung dazu. Schon deshalb muss man sich beeilen, die Kurse sind sehr schnell ausgebucht.

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Atmen, Schweißabwischen, Tipps geben

Oskar sitzt in diesen ersten Runden noch etwas angespannt auf seiner KTM 65 SX. Der absolute Anfänger hat einen höllischen Respekt vor dem Crosser, aber er weiß, dass Markus Schmitt gut auf ihn aufpasst. Per Kabel ist der Trainer mit dem Motorrad verbunden, kann den Motor im Notfall sofort abstellen. 

Zwischen Atmen und Schweißabwischen gibt der Trainer wertvolle Tipps, und der Nachwuchs-Racer sitzt bald schon viel lockerer im Sattel, stellt die Ellbogen gekonnt aus und dreht viel entschlossener am Gasgriff. Schmitt muss jetzt noch schneller rennen. „Wenn wir die Begeisterung sehen“, sagt der Trainer später, „macht man das wirklich gern. Die Jungs und Mädels erleben etwas ganz Besonderes, sie sind richtig aufmerksam und lernen sehr schnell.“ Schmitt und Karsten Bihrer, der zweite Trainer an diesem Sonntag, finden den richtigen Ton für die Kinder. Die haben richtig Spaß, aber sie hören auch aufmerksam den Trainern zu und versuchen, das Gehörte sofort in die Tat umzusetzen.

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MX Academy richtet sich ausschließlich an Neulinge

Bennet, der schon mit einer kleinen PW50 in Papas Garten unterwegs war, darf bald von der Automatik auf eine KTM mit Schaltgetriebe wechseln. Kinder mit ersten echten Motocross-Erfahrungen sind hier fehl am Platz. Die MX Academy richtet sich ausschließlich an Neulinge.

Die Trainer haben ein geschultes Auge, beobachten schon bei den ersten Aufwärmübungen in voller Motocross-Montur noch ohne Bike, wer echtes Bewegungstalent besitzt. Auf BMX-Rädern geht es dann weiter, bevor die Kids in die Geheimnisse des Motocross-Motorrads eingewiesen werden.

Dann kann es losgehen, rennen die Betreuer in unzähligen Runden mit den Kindern „an der Leine“ um die Pylonen, die im flachen Teil des Motocross-Geländes so etwas wie eine Bahn markieren. Davor wird gebremst, angehalten, angefahren, die Runde mal links herum, dann rechts herum gedreht.

Crossmotorrad für knapp 1000 Euro im Jahr leasen

Derweil stehen die Eltern im Schatten des Vereinsheims und beobachten interessiert, wie ihre Sprösslinge immer besser werden. Als schließlich die Kabel am Lenker wegkommen und alle Teilnehmer des Trainings selbstständig ihre Runden drehen dürfen, ist den Vätern und Müttern der Stolz auf ihre Youngster anzumerken. Und auch die Begeisterung der Kids ist ihren aufgeregten Gesprächen zu entnehmen. Dass sie sich vorher kaum oder gar nicht kannten, mag man jetzt gar nicht mehr glauben. Gestenreich erzählen sie von ihren Runden, und alle sind sich einig, dass Motocross schon sehr „cool“ ist.

„Das Programm ist großartig angelaufen“, erläutert Helmut Alexander, ADAC-Motorradreferent im Pfälzer ADAC-Verband, damit zuständiger Funktionär und selbst erfolgreicher Motocrosser. Unter Federführung von Ex-WM-Star Didi Lacher und Bernd Eckenbach sowie mit der Unterstützung von KTM, Motul, Ortema und Pirelli geht diese hervorragend organisierte Nachwuchsarbeit 2015 bereits ins dritte Jahr. Das wichtigste Ziel ist es, den Kindern den Spaß am Sport zu vermitteln, ihnen den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Motorrad beizubringen und für die Eltern natürlich die Kosten zunächst einmal so gering wie möglich zu halten. „Der größte Teil der teilnehmenden Kinder bleibt tatsächlich dabei“, erklärt Alexander den Erfolg besonders in Frankenthal. „Für knapp 1000 Euro kann man dann so ein Crossmotorrad für ein komplettes Jahr leasen und praktisch immer damit hier auf dem Gelände trainieren.“

Beim freien Fahren erwacht der Ehrgeiz - bei den Eltern

Inzwischen beherrscht die Truppe der Nachwuchs-Crosser den Umgang mit der Maschine und die entsprechende Körperhaltung schon so gut, dass Bihrer und Schmitt mit ihren Schützlingen jetzt auf einen Teil der offiziellen Rennbahn des AMC Frankenthal wechseln. Vor den Racern liegen nun jede Menge Hügel, zwei 180-Grad-Kehren und ein gerades, sehr sandiges Stück, jetzt sollen sie den Kurs völlig allein umrunden. Die Trainer erklären noch einmal, auf was es beim Fahren ankommt. Dann stellen sie sich abseits auf einen Hügel, geben das Startzeichen und beobachten das nun einsetzende Treiben. 

Auch die Eltern haben ihre Gespräche eingestellt. Die Papas suchen nach dem besten Platz, um ihren Spross auch möglichst genau verfolgen zu können, und schon bald reckt der eine oder andere die Faust, wenn der ­„Klene“ seinen Kumpel mal außen herum überholt. Helmut Alexander amüsiert das sichtlich. Bei gutem Einsatz des Filius gibt es von ihm dann auch mal einen lustigen Spruch für den Papa oder die Mama.

Abgekämpft, aber glücklich

Die machen sich auch keine großen Sorgen, wenn der eine oder andere hin und wieder den Boden küsst. Stets ist sofort ein Trainer zur Stelle und die Kinder sind so engagiert, dass es nach Staubabklopfen und erneutem Antreten des Bikes sofort weitergehen kann.

Am Nachmittag sind dann alle abgekämpft – aber glücklich. Oskar und sein Kumpel Ian stecken nach Abgabe der Klamotten mit der Urkunde unterm Arm sofort die Köpfe zusammen: „Wenn du und ich uns das gemeinsam zu Weihnachten und unseren Geburtstagen wünschen, dann könnten wir doch so ein Motorrad zusammen bekommen.“ Die Väter werfen sich unsichere Blicke zu. Vielleicht der Beginn einer großen Rennfahrer-Karriere...

Kontakte MX Academy

Stützpunkt Wilnsdorf

Wolfgang Streblow
Tel.: 0231/549 92 32
wolfgang.streblow@wfa.adac.de

Stützpunkt Frankenthal

Jacqueline Wiedmann
Tel.: 063 21/89 05 49
jacqueline.wiedmann@pfa.adac.de

Stützpunkt Teutschenthal

Franziska Landgraf
Tel.: 051 02/90 11 66
franziska.landgraf@nsa.adac.de

Stützpunkt Spremberg

Ilka Rehfeld
Tel.: 030/868 62 86030/868 62 86030/868 62 86030/868 62 86
ilka.rehfeld@bbr.adac.de

Stützpunkt Reutlingen

Ilona Übelhör
Tel.: 0711/280 01 39
Ilona.Uebelhoer@wtb.adac.de 

Stützpunkt Waldkappel-Breitau

Lenka Günzel
Tel: 069/66 07 86 05069/66 07 86 05069/66 07 86 05069/66 07 86 05
lenka.guenzel@hth.adac.de 

Stützpunkt Mölln

Sina Friebe
Tel.: 040/23 91 93 63040/23 91 93 63040/23 91 93 63040/23 91 93 63
sina.friebe@hsa.adac.de 

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