Restrukturierung in Zschopau (Archivversion)

MZ streicht Stellen

Das Motorrad- und Zweiradwerk MZ im sächsischen Zschopau, das seit 1996 dem malaysischen Hong Leong-Konzern gehört, muss sparen, um den Standort zu sichern. Als Gründe werden der rückläufige Motorrad- und Leichtkraftradmarkt genannt.
In Zahlen: Von Januar bis Juli 2003 verkaufte MZ 1523 Leichtkrafträder und 395 Motorräder in Deutschland. In den ersten sieben Monaten 2005 waren’s bei den 125ern nur noch 953 Stück, ein Minus von 63 Prozent, und 335 größere Maschinen. Wie viele der über 150 Mitarbeiter entlassen werden, ist noch offen (siehe
Interview). Sicher ist jedoch, dass Teile der 125er-
Produktion nach Asien verlagert werden. MZ hat bereits eine wechselvolle Geschichte hinter sich:
Zur Wendezeit 1989 arbeiteten 3200 Beschäftigte
für MZ. Insgesamt produzierte die Firma zwischen 1950 und 1990 über 2,5 Millionen Motorräder.
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Baumgärtner, Dr. Christoph: Interview (Archivversion)

Der Geschäftsführer von MZ, Dr. Christoph Baumgärtner, zur Zukunftssicherung des Motorrad- und Zweiradwerks
in Zschopau
Warum plant MZ eine Restrukturierung, und was erhoffen Sie sich dadurch?
Die Restrukturierung ist nötig, um Kosten zu reduzieren und die Produk-
tivität zu erhöhen. Dass wir unsere der-zeitige Kostenstruktur nicht weiter unterhalten können, ist kein Geheimnis. Im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen werden wir darüber hinaus weiter in un-
sere Produkte und die Verbesserung des Vertriebsnetzes investieren. So schmerzhaft diese Einschnitte nun für alle sind, sie sind die Voraussetzung dafür, dass MZ auch in Zukunft attraktive Motorräder für Kenner und Enthusiasten bauen wird, denen Zuverlässigkeit und Fahrspaß über alles andere geht.
Wie viele Leute arbeiten derzeit bei MZ in Zschopau, und wie viele Stellen werden abgebaut? Und in welchen Bereichen?
Momentan sind bei MZ in Zschopau knapp über 150 Mitarbeiter beschäftigt. Die genaue Zahl der wegfallenden Stellen kann ich noch nicht beziffern, da die Gespräche mit dem Betriebsrat noch nicht abgeschlossen sind. Fest steht, dass der Stellenabbau sämtliche Unternehmensbereiche betreffen und sehr einschneidend sein wird.
Welche Teile der Produktion von 125ern werden nach Asien verlagert? Konkret wohin und warum?
In Deutschland sind die Absatz-
zahlen auf dem Leichtkraftrad-Markt rück-
läufig, in Asien hingegen steigt die Nachfrage stark an. Mit der Verlagerung von Teilen der Produktion zu MZ-Standorten nach Asien tragen wir einerseits diesem Umstand Rechnung, zum anderen können wir so unsere Produktivität erhöhen.
Wie profitabel muss MZ künftig sein?
Die wichtige Information für den Markt ist folgende: MZ wird ein deutscher Spieler bleiben mit Produktion, Produktentwicklung und Vertrieb in Zschopau. Und wir bei MZ werden mit der Unter-stützung der malaysischen Eigentümer weiter in den Ausbau der Produktpalette und Marke investieren. Die Freunde der Marke bitte ich um Verständnis für diese harten Maßnahmen.

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