Rockerkrieg Skandinavien (Archivversion) Sechs Tote

Schießereien auf offener Straße, Raketenangriffe auf Clubheime, Attentate mit Sechs-Kilo-Bomben, Einbruch ins Gefängnis, nicht um jemanden zu befreien, sondern umzulegen - das ist kein Szenario für einen drittklassigen Hollywoodfilm. Sondern traurige Wirklichkeit im von Sensations- wie seriöser Presse unisono so betitelten »Rockerkrieg« in Skandinavien. Der tobt zwischen den Hells Angels und Bandidos. Dabei geht es, nach Aussagen der Polizeisprecher in Dänemark, Norwegen, Finnland und Schweden, vor allem darum, wer im Geschäft mit Drogen, Frauen und Waffen die Nummer eins ist. Nicht nur in Skandinavien selbst, sondern auch in den neuen Märkten im Osten. Die dänischen Ordnungshüter haben deshalb Verstärkung aus den USA angefordert: FBI-Spezialisten mit Erfahrung in der Ermittlung gegen Motorradgangs. Sechs Tote gab’s bislang, fünf Bandidos und einen Sympathisanten der Angels. Ein schnelles Ende der mörderischen Auseinandersetzung ist nicht abzusehen, vermutet die dänische Polize und verweist auf eine ähnlich brutale Schlacht Anfang der 80er Jahre in Kopenhagen. Damals wollte ein Club namens Bullshit den Hells Angels Terrain und Geschäft streitig machen. Die schlugen zurück, erschossen den Chef der Bullshits. In Deutschland herrscht Ruhe. Und auch die Presse hat - bislang - der Versuchung widerstanden, diese brutalen Auseinandersetzungen mit der Motorradszene insgesamt in Verbindung zu bringen - ein Indiz für den hohen Stellenwert des Bikes und seine soziale Akzeptanz hierzulande. Völlig anders sieht die Situation dagegen in Skandinavien aus. Wo, um nur ein Beispiel für die verheerenden Auswirkungen dieses »Rockkriegs« zu nennen, einem Provinztheater untersagt wurde, mit scharfen Waffen herumzuballern. Titel des Stücks: »Annie Get Your Gun«.

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