Roller-Supercross Genua/I (Archivversion) Roller-Kommando

Sie spielen mit allem, was zwei Räder hat und brummt. Was lag vor allem in Italien also näher, als die Helden der Supercross-Szene mit Rollern aufeinander loszulassen.

Mike Metzger war aufgedreht wie am eigenen Geburtstag. Mit glänzenden Augen und deutlich hörbaren Freudenausbrüchen jagte der Luftakrobat unter den US-Supercrossern seinen 70-cm³-Scooter um die nach dem »richtigen« Rennen am Vorabend abgeschliffene Supercross-Piste in Genua. Und er hetzte seine Gegner auf - gegen einen seiner besten Freunde.»Steve, heute kriegt er uns nicht. Wir machen ihn platt«, gab der Kunstfflieger, als Achter im Supercross nicht überglücklich, die Parole an seinem Kollegen Steve Lamson aus. »Er«, das war kein anderer als Jeremy McGrath, der Supercross-Dominator. McGrath, am Vortag wie so oft Sieger vor Lamson und in Europa meist gemeinsam mit Metzger unterwegs, grinste sich eins, warf sich mit dem geliehenen, markenfremden Aprilia-Roller in seinen Vorlauf und verhaute den Start.Den Marsch durch das Feld, das mit Crossern wie die Ex-Weltmeistern Danny LaPorte und Trampas Parker, dem italienischen Hoffnungsträger Michele Monti, Mickael Pichon, Edwin Evertsen, Walter Bartolini und dem ewig jungen Giuseppe Cavatorta sowie Straßen-GP-Jungstar Roberto Locatelli gespickt war, genoß McGrath sichtlich - mit herzerfrischenden Driftwinkeln und dem kleinen Aprilia-Roller bis dato völlig fremden Flugeinlagen. Seienen Spaß hatte auch der in diesem Lauf arbeitslose Metzger. Jedes der zahlreichen Mc Grath’schen Überholmanöver goutierte der Kalifornier mit hysterischem Freudengeheul.Dies ließ einiges erwarten für die erste Konfrontation von Über-Flieger Metzger und Mitverschwörer Lamson mit McGrath im Halbfinale. Während Steve Lamson mal wieder als Zweiter ankam, wurde Metzger von seiner eigenen Revolution gefressen. Immer wieder attackierte er McGrath unter Kampf- und Freudenschreien. Die beiden armen Leihscooter verkeilten sich mehrfach, bis schließlich der Herr der Lüfte im Dreck lag und sein Spezialfreund McGrath gelassen davon fuhr - ins Finale und dort zum selbstverständlichen Gesamtsieg, vor Lamson und dem zweifachen Moto Cross-Weltmeister Alessandro Puzar, der die Ehre der eingeborenen Scooterista rettete.Die Revolte war gescheitert, Jeremy McGrath behielt auch im Roller-Cross das Kommando.

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