Rossi zahlt 35 Millionen (Archivversion)

Der siebenfache Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi zahlt für die Jahre 2001 bis 2006 rund 35 Millionen Euro Steuern nach. So viel wie noch kein anderer ertappter Steuersünder in Italien vor ihm. Dabei kommt der 29-Jährige gut weg, denn ursprünglich hatte sich die Forderung auf 112 Millionen belaufen. Zahlen darf Rossi in Raten von 1,5 Millionen Euro alle drei Monate. Nach Ansicht der italienischen Behörden war Rossis Wohnsitz in London nur vorgeschoben, der MotoGP-Star daher all die Jahre in Italien steuerpflichtig. Nun ­lebt Rossi offiziell wieder in seinem Heimatort Tavullia bei Rimini, und weil er sich reuig gab, gewährte der Staat einen großzügigen Nachlass – in Italien ein übliches Verfahren, eine gewisse Prominenz vorausgesetzt. Massimo Romano, Chef der italienischen Steuerbehörde, nannte Sünder Rossi gar »ein Vorbild für andere Steuerflüchtlinge«. Das stieß manchen Italienern doch bitter auf. Die Verbraucherschutzgemeinschaft Codacons nahm es mit Humor und gründete das »Komitee der Signori Rossi«: Sie will für alle Italiener mit dem Familiennamen Rossi – gut 80000 – das gleiche Recht fordern wie für den Piloten, »einen Rabatt von 68,75 Prozent auf die jährlichen Steuern«.

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