Satzherstellung (Archivversion) Satzherstellung

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es im Bleisatz zum einen den traditionellen Handsatz, zum anderen den Ende des 19. Jahrhunderts zur Produktionsreife gebrachten Maschinensatz. Der Handsatz war immer dann notwendig, wenn komplizierte Dinge wie beispielsweise Tabellen hergestellt werden mussten. Die Mengenleistung eines Handsetzers hat sich über die Jahrhunderte kaum verbessert, mehr als 1500 Buchstaben pro Stunde sind einfach nicht machbar. So arbeiteten früher sechs Handsetzer für einen Drucker. Bei der Zeitschriftenherstellung genügte diese Leistung jedoch nicht, weshalb hier der Maschinensatz große Bedeutung bekam.Die wichtigste Setzmaschine war die 1884 von Ottmar Mergenthaler erfundene »Linotype«. Sie blieb fast 100 Jahre die Maschine im Maschinensatz, die Produktion wurde erst 1978 eingestellt. Diese Zeilen-Setz-und-Gießmaschine erreichte eine Leistung von 6000 Buchstaben pro Stunde. Der Nachteil gegenüber dem Handsatz war, dass man bei Fehlern immer die gesamte Zeile oder ganze Absätze neu setzen musste. Das Produkt der Setzmaschinen wurde zunächst zu ganzen Seiten zusammengestellt und dann zu Bogen ausgeschossen. Die Druckform konnte anschließend in einer Hochdruckmaschine abgedruckt werden.In den 70er Jahren verdrängte der Fotosatz aufgrund der immer bedeutender werdenden Offset-Technologie allmählich den Bleisatz. Beim Offset benötigte man für die Druckformherstellung keinen aufwendigen Bleisatz, sondern lediglich Filme. Zunächst hatte man sich damit beholfen, Bleisatz auf hochweißem Barytpapier abzudrucken und davon in der Reprokamera einen Film herzustellen. Der Fotosatz bot eine Fülle gestalterischer Modifikationsmöglichkeiten, die mit dem Bleisatz nicht erreicht werden konnten, wie Rund-, Schräg- oder Negativsatz.Die moderne Druckvorstufe, das Electronic Publishing, setzte sich ab den 80er Jahren durch. Leistungsfähige PCs waren erstmals in der Lage, die riesigen Datenmengen ausreichend schnell zu verarbeiten. Mitte der 80er wurde in Verbindung mit einem Layoutprogramm (Text-Bild-Integration) das erste Desktop-Publishing-System (DTP) vorgestellt, das ein »Publizieren auf dem Schreibtisch« verwirklichte. Text und Bild lassen sich seither gemeinsam auf dem Bildschirm bearbeiten: Farbkorrekturen können vorgenommen, Bild- und Textgrößen festgelegt, das Layout verändert oder Farbauszüge vorbereitet werden.

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