Schwerer Ring-Unfall (Archivversion)

«Sehr bestürzt“

Für einen 35jährigen Dortmunder endeten die sogenannten Prüf- und Einstellfahrten des MSC Porz am 29. Juli auf dem Nürburgring tragisch: Beim Zusammenstoß mit einem anderen Teilnehmer im schnellen Hatzenbachbogen wurde ihm das linke Bein abgerissen. Er mußte mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Koblenz geflogen werden. Inzwischen befindet er sich auf dem Weg der Besserung. Seiner Meinung nach waren eindeutig zu viele Fahrer auf der Piste, und einige seien überaus aggressiv gefahren. Augenzeugen berichteten von 80 bis 90 Motorräder der unterschiedlichsten Hubraumklassen. Nach Auskunft der Nürburgring GmbH sind lediglich 58 Zweiräder zulässig. Zudem seien die Sicherheitsvorkehrungen an der Strecke völlig unzureichend gewesen, was der anwesende Rennarzt Dr. Christoph Scholl bestätigte. »Das hat uns alle sehr bestürzt«, erklärte Hans Kramer, erster Vorsitzender des MSC Porz, »aber Unfälle passieren nun mal.« Er wies alle Vorwürfe zurück. Eine angeblich zu volle Rennstrecke sei nicht die Unfallursache gewesen. »Zu diesem frühen Zeitpunkt waren höchsten 30 Fahrer auf dem Kurs«, sagte Kramer. Eine Beschränkung der Teilnehmerzahl ist seiner Meinung nach nur bei Rennveranstaltungen notwendig, aber nicht bei Einstell- und Prüffahrten. Ein Frage, die bald ein Gericht beschäftigen könnte: Das Unfallopfer hat inzwischen Anzeige gegen den MSC Porz und den anderen Unfallbeteiligten erstattet.
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Nürburgring-Unfall, schwerer, bei Prüf- und Einstellfahrten des MSC Porz (Archivversion) - Über den Kopf gewachsen

Runter von der Straße, rauf auf die Rennstrecke, wenn man sein Motorrad mal etwas zügiger bewegen möchte. Eine vernünftige Sache, die auch MOTORRAD immer wieder fordert. Noch schöner, wenn einem das zum fairen Preis geboten wird: 130 Mark verlangt der MSC Porz für die Teilnahme. Pech nur, wenn den Verantwortlichen an der Rennstrecke die Sache über den Kopf wächst, weil schönes Wetter und ein anschließend stattfindendes MOTO aktiv-Acht-Stunden-Rennen mehr Fahrer als sonst anlockt. Und eine Veranstaltung, die offiziell zu Einstellungs- und Testfahrten dienen soll, zu einem wilden Rennen ausartet. Was fast niemanden zu stören scheint, außer eben diesen einen Pechvogel, der nun um seinen Job und seine Zukunft bangen muß. Der MSC Porz muß sein Sicherheitskonzept schleunigst überdenken, auch wenn die Veranstaltung dann etwas teurer wird.

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