Service Praxis (Archivversion) Leserfragen und Tips

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?Ich habe in meine Honda CB 450 S (PC 17) im Herbst 1995 einen Proterra-Kat einbauen lassen. »Die Eintragung ist heute schon bei vielen Straßenverkehrsämtern und TÜV-Stellen kostenlos«, hieß es. Beim TÜV gab es jedoch Schwierigkeiten. Das würde nichts bringen, für 30 Mark füllte der Sachverständige ein Formular üder den korrekten Einbau aus. In einer Auto-Werkstatt ließ ich im Winter eine Abgasmessung durchführen. Der Mechaniker machte eine Messung bei betriebswarmen Motor, meinte aber, die Maschine sei zu kalt, daher würde der Kat nicht wirken. Daraufhin ließ er die Honda zwei bis drei Minuten bei 3000/min »heißlaufen« und wiederholte die Messung. Nun steht dies im Widerspruch zu den Werbeaussagen, die behaupten, der Kat würde bei 280 C anspringen. Auch sollte angeblich der CO-Wert um zwei Prozent betragen, wobei der gesetzliche Grenzwert 4,5 Prozent sein soll. Bei welcher Drehzahl? Wie gut sind folgende Meßwerte meiner Honda : HC 1100 ppm, CO 0,11 Prozent, CO2 fünf Prozent, O 13,96 Prozent (gemessen bei 1200/min) und HC 165 ppm, C= 0,29 Prozent, CO2 11,33 Prozent und O 5,19 Prozent (bei 2200/min)?Kann ein Kat auch zurußen? Meiner war beim Ausbau pechschwarz.Roland Kraft, 97993 CreglingenIm Leerlauf und selbst bei erhöhter Drehzahl ohne Last kann es sein, daß der Katalysator seine Betriebstemperatur nicht erreicht und somit die erforderlichen chemischen Reaktionen nicht in Gang setzt. Die von der Werkstatt vorgenommene Messung ist daher wenig aussagekräftig. Um reproduzierbare Ergebnisse zu bekommen ist eine umfangreiche Messung auf einem Abgasprüfstand nötig, die etwa 2000 Mark kostet.Die Wirksamkeit eines Proterra-Katalysators haben wir unter anderem am Beispiel einer Suzuki GS 500 untersucht, die in den Eckdaten des Motors mit der Honda CB 450 S vergleichbar ist. Die Kohlenwasserstoffe reduzierten sich dabei um 42, Kohlenmonoxid um 28 und die Stickoxide um 62 Prozent. Selbstverständlich variieren diese Werte abhängig von der Gemischzusammensetzung und sind so nicht direkt auf ein anderes Modell übertragbar. In der Regel leistet, wie in diesem Fall, ein ungeregelter Katalysator aber einen wertvollen Beitrag zur Umwelt.Der verrußte Katalysator deutet auf eine fette Gemischzusammensetzung zumindest im Teillastbereich hin. Sobald der Katalysator seine Anspringtemperatur erreicht, wird der Ruß im Normalfall abgebaut. !Zum Schraubertip Lenkkopflager hättte ich folgende Anmerkung: Um den unteren Lagerring von der Gabelbrücke zu entfernen, empfiehlt es sich, diesen mit einer Trennscheibe tief einzuschneiden. Dabei ist es nicht nötig, den Ring ganz durchzutrennen. Ein kräftiger Schlag mit dem Meißel bricht den angeschliffenen Lagerring auf, der dann leicht abgenommen werden kann. Das ist zwar auch nicht ganz ungefährlich, jedoch kann bei der von Ihnen gezeigten Methode die Gabelbrücke beim ersten Zwischentreiben mit dem Meißel leicht beschädigt werden. Ähnlich kann man auch beim Ausbau der Lagerringe aus dem Rahmen vorgehen, falls sich ein Dorn nicht ansetzen läßt. Mit einer nur 22 Millimeter großen Minidrill-Schleifscheibe von Proxxon (gibt es in fast allen Baumärkten) kann der Lagerring eingeschnitten werden. Ulrich Schönherr, 21149 Hamburg ?Wie lang muß eigentlich die hintere Radabdeckung sein, gemessen von der Höhe des Achsmittelpunkts? Ich hoffe, daß wenigstens MOTORRAD darauf eine eindeutige Antwort geben kann, denn von TÜV, DEKRA und verschiedenen Händlern erhielt ich lauter unterschiedliche Antworten. Und muß nun ein Katzenauge daran befestigt sein oder nicht?C. Gericke, Groß GlienickeDie vorgeschriebenen Maße von Radabdeckungen sind im Paragraphen 36a der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) geregelt. Danach muß das hintere Schutzblech bei Motorrädern die obere Hälfte des Rads abdecken und darf höchstens 150 Millimeter oberhalb der waagrechten Radmittelebene enden - bei unbelastetem, frei stehendem Motorrad, wohlgemerkt. Ein Rückstrahler muß generell vorhanden sein, erlaubt ist rund oder eckig - Hauptsache mit Prüfzeichen. Er darf mit seiner Oberkante (bei Motorrädern mit Erstzulassung vor dem 1.1.1987 zählt die Unterkante) nicht höher als 900 Millimeter über dem Boden liegen. ?Vor einiger Zeit las ich über die neue Führerschein-Regelung für Motorräder mit 125 cm3 bis 15 PS. Da diese als »Leichtkrafträder« bezeichneten Motorräder schon ab dem 16. Lebensjahr gefahren werden dürfen, würde mich folgendes interessieren: Muß ich für meine DKW RT 125 wegen der zu erwartenden Anhäufung von Schadensfällen mit steigenden Versicherungstarifen in dieser Klasse rechnen? Dürfen sich nach der neuen Regelung auch schon 16jährige auf Fahrten mit klassischen 125ern freuen?Erwin Sass, PlochingenJunge Klassikfreunde müssen warten, denn für die 16- und 17jährigen muß die Maschine auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gedrosselt werden. Nur wer mindestens 18 Jahre alt ist, darf offen fahren. Ältere Maschinen, wie Ihre RT 125 zum Beispiel, bleiben Motorräder im Sinn der Zulassungsordnung und werden auch nach den alten Sätzen versichert. Selbst wenn also die Prämien für die 125er Leichtkrafträder in die Gegend der alten 80er Prämien klettern sollten - was anzunehmen ist -, bleibt die Prämie Ihrer DKW davon unberührt. !Jeder kennt die Situation: Man fährt am Wochende zum Baggersee, legt am Strand seine Sachen ab und geht mit dem unsicheren Gefühl ins Wasser, alles mehr oder weniger unbeaufsichtigt zu lassen. Eine Möglichkeit ist, die Sachen im Topcase zu verstauen und dieses dann irgendwo anzubinden. Aber was tun, wenn kein Baum da ist? Für solche Fälle habe ich eine praktische Topcase-Halterung konstruiert, die folgendermaßen aussieht:Material: fünf Millimeter dicke Alu-Platte, Kofferhalterungen (gibts zum Beispiel bei Givi für ein paar Mark, spiralförmiger Erdbohrer (gibts in der Tierhandlung zum Anleinen von Hunden).Herstellung: In der Mitte der Alu-Ausleger wird ein etwa 30 Millimeter großes Loch gebohrt. Darunter wird aus den gleichen Material eine quadratische Platte mit vier Blindnieten befestigt, in der der Erdbohrer mit einer 17er Mutter festgeschraubt wird. Zuvor muß auf den Erdbohrer ein Zehn-Millimeter-Gewinde aufgeschnitten sowie eine Mutter aufgeschraubt und verschweißt werden. Auf diese Weise ist die Mutter versenkt und das Gerät kann zum Transport leicht zerlegt werden. Die Kofferhalterungen müssen so befestigt werden, daß der Koffer wie am Motorrad exakt dranpaßt.Mittels eines mitzuführenden Steckschlüssels kann der Bohrer nun am Strand leicht in den Boden geschraubt werden. Dann wird die Halteplatte aufgeschraubt, so daß der Koffer aufgesetzt werden kann.Volker Schäfer, 55743 Idar-Oberstein

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