Simson (Archivversion) Das Aus

Das Ende ist besiegelt. Am 1. Februar kamen Anlagen und Betriebsvermögen von Simson im thüringischen Suhl unter den Hammer. Von der Fräsmaschine über Kopierer bis zu Regalen und Schreibtischen wurden 700 Einzelpositionen versteigert. Gesamterlös: über 700 000 Euro. Simson hatte am 28. Juni 2002 zum dritten Mal in zehn Jahren Insolvenz angemeldet, seit September standen die Bänder still. Auch der letzte Versuch, Simson zu übernehmen, scheiterte. Ein Zwickauer Ersatzteilehändler wollte einen Teil des Maschinenparks als Paket ersteigern, um die Produktion weiterzuführen, konnte aber laut Auktionator Richard Schwarzfischer den Zahlungsnachweis nicht in der erforderlichen Höhe erbringen. Die Versteigerung beendete eine lange Tradition des Zweiradbaus in Suhl. Die Gebrüder Simson, die die Firma 1856 gründeten, produzierten seit 1896 Fahrräder, dann das Auto Simson Supra und schließlich 1936 das erste Motorrad, die BSW 98. Bis 1962 stellten die Suhler eine Million Kleinkrafträder her. Furore machte Simson in der DDR mit dem Roller KR 51 Schwalbe, der 1964 vorgestellt wurde und inzwischen Kultstatus genießt, gefolgt von Spatz, Star und Sperber.

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