Skurrile Motorrad-Weltrekorde (Archivversion) Gibt’s nicht, gibt’s nicht

Alljährlich sammelt „Guinness World Records“ abgefahrene Leistungen, die vom lautesten Rülpser einer Frau über den weitesten Rückwärtssprung per Motorrad reichen. Unsere Sammlung dreht sich freilich um Zweirad-Rekorde, von denen einer so neu ist, dass er noch nicht mal erfasst wurde: der Wahnsinnsakt von Robbie Maddison am Neujahrstag 2009.

Der Pionier aller Motorradweitspringer und schillernder Matador der Szene, Evel Knievel, hat es ins Guinness Buch der Rekorde geschafft: mit 433 Knochenbrüchen. Mehr meldete bislang niemand an. Gerechnet ist das bis Winter 1976, als Knievel, dessen bürgerlicher Vorname Robert Craig lautete, versuchte, über ein Becken voller Haie zu springen. Wobei er sich beide Arme brach und versprach, künftig auf größere Vorführungen zu verzichten. Der Amerikaner, der Busse und Autos überflog, aber am Grand Canyon scheiterte, starb 2007 im Alter von 69 Jahren in Florida.

Bei den Knochenbrüchen kann der Australier Robbie Maddison nicht mithalten. Bei den Sprüngen liegt er vorn: Im März 2008 überflog er in Melbourne 106,98 Meter, womit er den längsten Motorradsprung mit Rampe in der Tasche hatte. Doch am Neujahrstag 2009 kam es noch krasser: Da hüpfte Maddison auf den 30 Meter hohen Nachbau des Triumphbogens in Las Vegas, stürzte sich samt Bike wieder hinab, um 25 Meter tiefer auf einer Rampe zu landen, die von oben kaum zu sehen war. „Definitiv der gefährlichste Sprung meines Lebens“, sagte er später. Vielleicht noch abgedrehter: Roger Riddell alias „Mr Backwards“, der im Mai 1987 in Indiana, USA, auf einer 650-cm3-Honda sieben Autos übersprang. Der Gag: Er wickelte den Satz rückwärtssitzend ab.

Der weltweit längste Wheelie geht aufs Konto des Japaners Yasuyuki Kudo. Es geschah am 5. Mai 1991: Kudo lupfte die Front seiner Honda TLM 220 R und fuhr 331 Kilometer auf dem Hinterrad. Verwegen auch der 41-Meter-Flug von Roger Wells mit einer Honda CR 500 und Landung auf einem 94 km/h fahrenden Lastwagen. Der Ami sprang den Rekord 2001. Ein bisschen spinnen allerdings auch die Finnen: Jantinen Jouni und Pitkänen Matti wechselten am 3. Juli 2001 binnen 4,18 Sekunden auf einer Honda CBR 600 F die Plätze, während sie mit 140 km/h über die Autobahn ins finnische Muuria düsten. Dass es fast nichts gibt, was es nicht gibt, beweist Ron Cook in der Kategorie „Überlebter Motorradunfall bei höchster Geschwindigkeit“. Der US-Amerikaner crashte am 12. Juli 1998 bei rund 322 km/h, als er versuchte, einen Geschwindigkeitsrekord in Kalifornien zu brechen.

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