Spezial: Selber fahren (Archivversion) Von der Kiste auf die Piste

Weg mit Glotze, Video oder Computerspiel. Gasgriff statt Joystick, heißt die Devise. Denn noch nie war es so einfach, selbst die Initiative zu ergreifen und Rennen zu fahren. MOTORRAD zeigt, wo Amateure am Gasgriff drehen können.

Geben wir´s doch ruhig zu. Irgendwo ganz tief in unserem Innern sind wir alle kleine Waldis, Pit Beirers oder Stéphane Peterhansels. Ist ja auch ganz normal. Gehört beim Motorradfahrer schließlich dazu, so ein bißchen Rennfahrerblut, oder nicht?Dumm nur, daß die Sache mit dem Rennen fahren so ihre Haken hat. Auf der öffentlichen Straße is nicht. Macht keinen Sinn, mit dem Knie am Boden in den Treker hinter der Kurve reinzurauschen oder vom Förster die Enduro-Klamotten mit Schrotkugeln beschweren zu lassen. Macht keinen Sinn und schon gar keinen Spaß. Und weil nicht wenige so denken, gibt´s trotz allem Gemecker über Lärmprobleme, Streckenschließungen und dem ganzen Theater immer mehr, die sich was für diese Zweirad-Freaks ausgedacht haben. Heizen für jedermann, gewissermaßen. Vielleicht ein bißchen kontrollierter, ein bißchen reglementierter als unter Kumpels auf der Landstraße oder im Gemeindewald. Aber - Hand aufs Herz - trotzdem macht´s oft mehr Spaß. So mit Sturzraum, richtig gut präparierten Rennstrecken, Gequatsche im Fahrerlager. Ein bißchen Zug muß da schon mal dahinter sein, okay, aber letztlich macht´s echt Laune, wirklich.Und letztlich ist´s dabei egal, was im Stall steht. Kommt irgendwie doch aufs selbe raus. Die einen werfen sich eben ins Kiesbett, die anderen in den Dreck. Und eins stimmt beide Fraktionen happy: So viele Gelegenheiten dazu gab es selten zuvor. Ob Renntrainings zum Asphalt schnuppern oder alle möglichen Off Road-Einstiegsdrogen. Wer am Gas drehen möchte, der soll bloß nicht mehr behaupten, er wisse nicht, wo.Und für viele Auftritte braucht´s noch nicht einmal eine Lizenz. Einfach kommen und fahren. Simpler geht´s nimmer. Und wetten, daß Sie hängenbleiben? Nicht von ungefähr heißt´s Rennbazillus. Derjenige, der ihn aufschnappt hat, hat in der Regel keine Aussicht auf Genesung. Doch keine Bange, es hat schon ganz andere gepackt - Waldi, Pit und Stéphane sowieso.

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