Sprit-Tuning (Archivversion)

Sprit-Tuning
Alkohol beflügelt gelegentlich ja uns Menschen. Wie sieht’s mit dem Stoff als Zusatz im Tank aus: Bringen ein paar Gläschen
Hochprozentiges was, wenn ich es an der
Ampel auf einen flotteren Spurt anlege? Schließlich sind auch die Bahnsportler
mit Methanol unterwegs. Oder ruiniere
ich mir damit meine Einspritzanlage oder
sogar den kompletten Motor?
Guido Hinzmann, Zweiradmechaniker-
Meister und Bahnsportfahrer aus
Nordhorn:
Um durch Methanol-Alkohol eine Leistungssteigerung zu erreichen, muss der Motor extrem hoch verdichtet werden. Bahnmotoren werden dementsprechend je nach Disziplin (Speedway oder Langbahn) bis maximal 16 zu eins verdichtet. Allein das Mischen von Methanol und Benzin würde also nichts bringen. Wenn man einen Motor auf Methanolbetrieb umstellen möchte, ist zu berücksichtigen, dass erhebliche Umbaumaßnahmen erforderlich sind, die einen Laien in der Regel gründlich überfordern würden. Und bei Motoren mit Einspritzung ist eine Umrüstung nahezu unmöglich. Außerdem steigt der Verbrauch durch den Umbau stark an. Bei modernen Bahnmotorrädern verzichtet man sogar auf Vergaser mit Schwimmerkam-
mer, stattdessen werden die Kraftstoffschläuche direkt auf die Hauptdüse gesteckt, um den enormen Spritbedarf im Brennraum zu befriedigen. Ein Bahnmotorrad verbraucht zirka 80 Liter auf 100 Kilometer. Ein Liter Methanol kostet etwa zwei Euro – der Methanol-Betrieb ist also ein teures Vergnügen. Außerdem ist Methanol ein sensibler Kraftstoff: Er verflüchtigt sich sehr schnell und greift Kunststoff und Metalle an. Alkohol und Motorrad?
Mein Rat: Finger weg bei Motorrädern mit Straßenzulassung.

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