Standpunkt: Helm ab in Tankstellen (Archivversion) Standpunkt

MOTORRAD-Classic Redakteur Claus-Peter Elberth fordert: Helm ab in Tankstellen

Geht ein Taucher an Land, nimmt er seine Maske ab. Verlässt der Chirurg den OP, streift er den Gesichtsschutz runter. Steigt der Karnevalist mit seiner Faschings-Eroberung ins Bett, legt er seine Fratze auf den Nachttisch.Und was macht der Motorradfahrer, der nach dem Tanken bezahlt? Er rennt mit halb geöffnetem Vollvisierhelm in die Kassenbude. Mit Höflichkeit hat das rein gar nichts zu tun. Und deswegen tun’s auch nicht alle. Aber darum allein geht’s nicht. Das echte Problem der Zapfstätten-Vermummung hat einen ernsten Hintergrund.Denn es gab wirklich einen Tankwart, der innerhalb weniger Wochen dreimal überfallen wurde – von einem Typ mit Vollvisierhelm über seiner hohlen Birne. Jetzt versetzen Sie sich mal in die Lage dieses Tankwarts. Der kriegt doch einen Herzkasper, wenn einer mit Helm seinen Laden betritt. Woher soll der denn wissen, dass dieser jemand Geld bringt und nicht holt. Niemand dürfte sich wundern, wenn jeder Motorradfahrer mit Helm bei dieser Zapfstelle in eine abgesägte Schrotflinte schauen müsste.Ein anderer Tankwart hat sich eine eigene Strategie für solche Situationen ausgedacht. Funktioniert so: Er hebt schon mal automatisch die Hände, wenn ein Behelmter den Laden betritt. Durchaus kreativ. Aber nicht die Ideallösung. Unterstellt er doch, dass jeder mit Helm ein gemeiner Dieb ist. Sie, ja Sie, oder auch ich. Wollen wir doch nicht haben, oder?Also. Da unsere Motorräder noch immer Sprit brauchen und der Roboter-Tankwart noch im Versuch läuft: bitte Helm ab beim Tanken. Zum Ausgleich dafür können Sie ihn ja bei Eurosport im Sessel auf dem Kopf behalten. Oder im Bett, wenn’s die Partnerin oder den Partner nicht stört.

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