Standpunkt (Archivversion)

MOTORRAD-Redakteur Norbert Sorg über unmoralische Angebote, Bayern und Bitumen.

Sie sei überfordert, klagte Bayerns Oberste Baubehörde. Überfordert damit, die Meldebögen aus der Bitumen-Datenbank von MOTORRAD an die zuständigen Ämter weiterzuleiten. Das sei dermaßen kompliziert, dass es eine extra Planstelle brauche. Doch dafür fehle es an Geld. Ob deshalb nicht MOTORRAD den Job übernehmen könne, anhand diverser Spezialkarten rauszuklamüsern, wer für den miesen Zustand der Straßen konkret verantwortlich sei. Ein unmoralisches Angebot. Weil MOTORRAD keine Außenstelle des Bayerischen Innenministeriums ist. Vor allem aber, weil leere Kassen nie entschuldigen, Menschenleben zu gefährden. Und genau das passiert, wenn Hinweise auf Bitumenschmierereien schlicht ignoriert werden. Harry Leugner musste deswegen sterben (MOTORRAD 14/2002).Die bayerischen Beamten sahen dann auch ein, dass sie Pflichtaufgaben, die ein Ministerium bewältigen muss, nicht einfach an ein Presseorgan abschieben können, das übrigens einen freien Mitarbeiter engagiert hat, nur um die Bitumen-Daten zu pflegen. In Absprache mit MOTORRAD verfährt Bayern jetzt so: Alle Straßenverkehrsbehörden sind aufgefordert, regelmäßig in die Datenbank von MOTORRAD zu schauen. Motorradfahrer können weiterhin davon ausgehen, dass alle dort verzeichneten Gefahrenstellen in Bayern den verantwortlichen Behörden bekannt sind. Im Falle eines Sturzes und eines Rechtsstreits kann das sehr bedeutsam sein.

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