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Thomas Gelbmann, Leiter der Motorrad-Aktions-Gruppe Austria, Landesstelle Tirol, über Biker und Polizisten in Österreich

Kufstein bis Brenner für die Brummis. Garmisch bis Timmelsjoch für die Biker. Dazwischen ein wunderbares hochalpines Land, geplagt durch zunehmenden Transit. Und Gestalten mit weißen Mützen. Sie tun ihre Pflicht. Sie tun aber noch mehr. Sie wollen, dass es weniger Motorradtote auf dem Hahntennjoch, an Fernpass und Brenner gibt. Sie versuchen, diejenigen vor sich selbst und vor dem Traktor mit dem Heuwagen hinter der Kurve zu schützen, die zu schnell unterwegs sind. Mit überhöhter Geschwindigkeit und völlig übermüdet auf dem Heimweg nach Deutschland auf der stark befahrenen Brennerbundesstraße. Um sich läppische acht Mark fuffzig für eine Zehn-Tages-Vignette zu sparen. Die »Abzocker« haben auch ihre guten Seiten: Sie helfen den Biker-Vertretungen immer wieder kostenlos bei Veranstaltungen, als Motorrad-Eskorte bei Gedenkfahrten, bei der Absicherung während des Montierens von Leitplankenprotektoren. Aber sie müssen auch die Geschwindigkeitsbeschränkungen überwachen. Zu schnell fahren, dann blöd und oberg’scheit daherreden, das mögen sie nicht. Wer sich schon erwischen lässt, sollte lieber Einsicht und Reue zeigen. Dann öffnet sich der Alpenländer und zeigt dem Gast sein xenophiles Herz. Auch Uniformierte sind nur Menschen - und viele auch Motorradfahrer. Es kann passieren, dass eine doppelte Sperrlinie mit 20 km/h Übertretung dann nur günstige 14,12 Mark kostet. »Abzocke« auf österreichisch. Wir hatten im Jahr 2001 einen starken Anstieg der Motorradtoten auf Österreichs Straßen zu beklagen. In Deutschland war der Trend trotz steigender Zulassungszahlen gegenläufig. Darum helft bitte mit, dass es auf den Alpenstraßen nicht noch schlimmer zugeht.

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