Standpunkt (Archivversion) Standpunkt

Gerhard Scheffler wird den 1. Dezember 2000 sein Leben lang nicht vergessen. Freispruch für die Behörden, die, davon ist er überzeugt, seinen Sohn Joachim auf dem Gewissen haben. Der starb in den Leitplanken, nach einem Ausrutscher auf Bitumen. Andere vergessen schneller. »Scheffler gegen Land Rheinland/Pfalz, ich erinnere mich nicht.« Der Mann, mit den Gedächtnislücken ist Richter am Landgericht Koblenz. »Ist eine Entscheidung bereits getroffen worden?« Ja, und zwar von Ihnen höchstpersönlich, klärt MOTORRAD den Mann des Rechts auf. »Ach so, könnten Sie mir vielleicht das Aktenzeichen nennen?« Langsam dämmert’s. »Der Vater, der wegen seinem verunglückten Sohn geklagt hat?«Die Justiz bäckt Urteile wie der Bäcker Brötchen. Freilich weniger verdauliche, und auch mit der Auslieferung hapert’s. Für den 15. Dezember war die Urteilsbegründung avisiert. Schefflers Anwalt hakt nach. »Schreibkräftemangel. Kann noch Wochen dauern.« Wer glaubt, nach dem Aufsehen, das sein Urteil erregt hat, verzögere das Gericht bewusst, täuscht sich. Weil Apparate, wie die Justiz einer ist, nun mal nicht sonderlich intelligent oder flexibel reagieren. Sobald der Glücksfall eintritt, dass eine Sekretärin das Urteil abtippt, wird MOTORRAD das Schreiben dem Verkehrsrechtler Professor Dr. Michael Ronellenfitsch vorlegen. Und dann in Abstimmung mit Gerhard Scheffler entscheiden, wie der Fall juristisch weitergeführt wird. P.S. Die Kosten für dieses Gutachten übernimmt MOTORRAD.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote