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MOTORRAD-Redakteurin Berit Horenburg zum Symposium Motorrad und Umwelt

Gila Altmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, suchte beim Symposium »Motorrad und Umwelt« den Dialog mit Bikern und Herstellern (siehe auch Seite 112). Was ich sehr positiv finde. Um so verblüffender, wie aggressiv andere Vertreter des Umweltbundesamts und des Bundesumweltministeriums reagierten. Jahrelang hat der Gesetzgeber Motorräder übersehen, jetzt rasseln Beamte mit den Säbeln. »Dann messen wir den Lärm von Motorrädern genau wie bei den Lkw bei der Höchstdrehzahl«, bügelte Dr. Gert Kemper vom Umweltministerium Argumente ab, die gegen eine weitere Reduzierung der Geräuschgrenzwerte zielten. Auch wenn das bundesrepublikanische Behördenvertreter frustriert: Entschieden wird in Brüssel und nicht in Berlin. Legitim dagegen finde ich die Wünsche: Die Hersteller sollen jetzt Motorräder entwickeln, die weniger Benzin verbrauchen und weniger Schadstoffe emittieren. Auch ohne Druck der Brüsseler Gremien haben viele Firmen an die Zukunft gedacht: Allen voran BMW, die seit 1991 Vierzylinder mit geregelten Kats anbieten und inzwischen serienmäßig die Flotte damit ausrüsten. Honda setzt mit der Umweltinitiative Zeichen, Yamaha bringt die FJR 1300. Triumph, Kawasaki, Harley, KTM und Husaberg warten jeweils mit mehreren Modellen über 125 cm3 auf, die die erst für 2003 geplante Euro 2-Norm schaffen. Aprilia, Ducati, Cagiva, MZ und Sachs haben jeweils eins. Aber manche Hersteller verschlafen die Zeichen der Zeit. Die müssen aufholen. Sonst gehört die Freiheit, auf zwei Rädern durch Europa zu düsen, bald der Vergangenheit an. Ich will auch noch in zehn Jahren Motorrad fahren.

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