Standpunkt (Archivversion) Standpunkt

Europaparlamentarier Bernd Lange, SPD, zum Thema Abgase von Motorrädern

Es gibt eine begrüßenswerte Renaissance des Motorrads. Doch wo bleiben die Innovationen? Es kann doch nicht sein, dass Renaissance gleichbedeutend mit alter Technik zu verstehen ist. Wir werden in Europa im Jahr 2010 einen Motorradanteil an der Gesamtfahrzeugflotte von zwei bis drei Prozent haben, welcher 15 Prozent der verkehrsbedingten Emissionen verursachen wird. Autos werden immer sauberer, müssen strengere Emissionsgrenzwerte (Euro III/IV) einhalten und verbrauchen dabei immer weniger Kraftstoff. Und das ist gut so, denn nur so kann die CO2-Belastung unseres Klimas verringert werden. Und bei Motorrädern? Vereinzelt findet man geregelte Katalysatoren - doch insgesamt besteht Handlungsbedarf! In diesem Jahr wird die Abgasgesetzgebung für Motorräder erneuert. Für mich steht außer Frage, dass die neuen Euro III/IV-Grenzwerte nicht meilenweit hinter den Pkw-Werten zurückbleiben dürfen. Zudem müssen die Testzyklen wirklichkeitsnäher gestaltet werden. Bisher wird beim Motorrad nur mit warmem Motor bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 50 km/h gemessen, also völlig praxisfremd. Beim Pkw ist zum 1. Januar 2000 die Warmlaufphase entfallen, und ab 2002 wird zusätzlich ein Kaltstarttest bei -7°C eingeführt. Denn gerade beim Kaltstart und in der Warmlaufphase des Motors werden die meisten Schadstoffe produziert. Motorräder können einen Beitrag zum Mobilitätssystem der Zukunft leisten und vermitteln zudem eine Menge Fahrspaß. Wir dürfen den Gegnern des Motorrades deren Argumente nicht auf dem silbernen Tablett liefern! Deshalb brauchen wir eine Gesetzgebung, die Motorräder sauberer macht. Und der Kraftstoffverbrauch muss gesenkt werden. Innovationen zur Verminderung des Schadstoffausstoßes sind auch im Motorradbereich dringend notwendig!

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote