Standpunkt (Archivversion) Standpunkt

MOTORRAD-Redakteur Werner Koch plädiert für ein preisgünstiges ABS bei Mittelklasse-Krädern

Wer glaubt, nur Anfänger und ganz untalentierte Biker stürzen beim Bremsen vom Moped, der irrt. Fügen sich Umstände zusammen wie Regen, glitschiger Straßenbelag und ein konzentrationsloser Moment – klick und patsch. Schon schliddert die Fuhre übers Parkett. Wie genial solche Situationen von einem elektronischen Gehirn gemeistert werden, zeigte sich beim MOTORRAD-Reifentest mit der BMW R 1150 GS (Seite 192 ff.). Exzellente Verzögerungswerte und viel Sicherheit auf unterschiedlichsten Straßenbelägen. Doch leider bleibt bei der Motorradindustrie nach halbherzigen Anläufen der große Innovationsschub aus. Gerade das einfache, kostengünstige ABS für Mittelklasse-Maschinen ist dringend gefordert. Menschen, die das Motorrad gelegentlich als spaßiges Freizeit- und Fortbewegungsmittel gebrauchen und eben nicht die Routine eines Testprofis oder Vielfahrers aufweisen, sind dankbar für eine blockierfreie Bremsanlage. Selbst wenn aus Kostengründen nur das Vorderrad damit ausgestattet ist, wäre schon viel gewonnen. Ich bin gespannt, ob bei der INTERMOT 2000 im Herbst in München neben federleichten 150-PS-Granaten auch eine Honda CB 500 oder Yamaha XJ 600 mit Blockierschutz präsentiert wird. Wie so etwas funktioniert, führen die BMW-Strategen in der neuen F 650-Baureihe vor. Gegen einen Aufpreis von 980 Mark. Nachmachen.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote