Starter-Spezial (Archivversion) Der Nachwuchs fehlt? Selber schuld!

Die Motorradszene hat Nachwuchsprobleme. Das Durchschnittsalter der Biker steigt und steigt, Motorradfahren ist bei den heute 18-Jährigen nicht mehr wirklich angesagt. Wenn die Entwicklung so weitergeht, werden sich in zehn Jahren nur noch über 40-Jährige in den Sattel schwingen.MOTORRAD hat sich eingehend mit dieser Problematik befasst. Ein großes 32-seitiges Spezial ab Seite 137 beleuchtet die Hintergründe der aktuellen Situation, das Angebot an Achtelliter- und 34-PS-Maschinen, die Regularien für den Führerschein und die Hemmnisse, die im Einsteigermarkt existieren. Wir waren mit den jungen Motorradlern unterwegs, haben uns mit ihnen unterhalten, über ihre Sorgen und Nöte, ihre Wünsche und Träume.Die Ergebnisse sind eindeutig und bedrückend. Erstens: Der Motorradführerschein ist viel zu teuer. 1000 Euro aufwärts, allein um eine 125er fahren zu dürfen. Wer mit 18 die Auto-und Motorrad-Lizenz erwerben will, kommt unter 3000 Euro nicht weg. Zweitens: Die auf 80 km/h gedrosselten 125er sind nicht nur ein Verbrechen am Fahrspaß, sondern schlicht für den heutigen Verkehr zu gefährlich. Drittens: Es gibt zwar ganz nette 125er, aber kaum moderne Maschinen, und vor allem keine Einsteiger-Bikes mit besonderen Sicherheits- oder Technikfeatures. Viertens: Die Motorradwelt ist uncool und altmodisch.Ich kann nur davor warnen, weiterhin den Dornröschenschlaf zu pflegen. Es ist höchste Eisenbahn, etwas zu tun. Die Führerscheinregelungen müssen überarbeitet werden – weniger Pflichtstunden, niedrigere Gebühren –, genauso die 125er. Jeder Verantwortliche soll einmal mit einer auf 80 km/h eingebremsten Achtellitermaschine nur 20 Kilometer weit fahren. Dann weiß er, was er da anrichtet. Die Motorradindustrie muss sich um die kleineren Klassen kümmern, sollte moderne Konzepte anbieten. Mit der heutigen Oldtimer-Antriebstechnik lockt man doch keinen mehr hinter dem Ofen vor. Jeder Roller oder gar ein Smart kann viel mehr.Hier ist auch der Industrie-Verband Motorrad gefragt. Doch die Herren des IVM erweisen sich bisher als reichlich konfliktscheu. Wacht endlich auf und tut was! Tretet den Politikern und dem Fahrlehrerverband auf die Füße. Und macht endlich eure Hausaufgaben auf der Produktseite.

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