Stau: Vorbeifahren am Stau wird erlaubt (Archivversion) Es geht voran

Vorbeischängeln unter bestimmten Umständen erlaubt

Wer sagt’s denn: Es gibt auch positive Entwicklungen im deutschen Verkehrs(rechts)chaos. Unter bestimmten Umständen dürfen Biker an langsamfahrenden oder stehenden Kolonnen vorbeifahren. Das hat Bundesverkehrsminister Franz Müntefering im MOTORRAD-Interview ausdrücklich bestätigt (Heft 5/1999). Und der Bund-Länder-Fachausschuß hat in einer Antwort an die Biker Union präzisiert: »Innerorts gilt freie Fahrstreifenwahl. Es kann damit innerorts rechts schneller als links gefahren werden. Ist eine Fahrspur mit wartenden Fahrzeugen vor der LZA (gemeint ist eine Ampel, die Redaktion) einer Kreuzung belegt, besteht damit kein Hinderungsgrund für den Kraftradfahrer, auf dem danebenliegenden, freien Fahrstreifen vorbeizufahren/zu überholen, um weiter vorn auf den Fahrstreifen mit den wartenden Fahrzeugen einzuscheren. Sind alle Fahrstreifen mit wartenden Fahrzeugen belegt, ist jedoch der Fahrstreifen breit genug und bietet daher noch genügend Raum für einen Kraftfahrer, gefahrlos ohne Behinderung der anderen Verkehrsteilnehmer an der wartenden Fahrzeugschlange vorbeizufahren, um sich weiter vorn aufzustellen, ist auch dies nicht ausgeschlossen. Zum Überholen bzw. Vorbeifahren an wartenden Fahrzeugen muß nicht der Fahrstreifen gewechselt werden. Macht der Kraftfahrer von der Möglichkeit des Vorbeifahrens/Überholens Gebrauch, hat er dabei jedoch die Grundregel des § 1, Abs. 2 StVO zu beachten.« Uff, ein langer Riemen, aber das mußte sein. Schließlich kann sich auf diese Aussagen des Ausschusses jeder Biker berufen, dem ein Polizist unberechtigt ein Knöllchen verpassen will. Was dieser Paragraph 1 übrigens bedeutet, weiß jeder noch aus der Fahrschule, oder nicht? Man darf niemanden schädigen, gefährden oder - jetzt kommt’s wieder Amtsdeutsch - »mehr als nach den Umständen unvermeidbar, behindern oder belästigen«. Alles klar?

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