Sternfahrt Berlin-Potsdam: Kurzbericht (Archivversion) Sternfahrt / Max

Erst als an der Avus-Nordkurve Reden geschwungen und Märsche geblasen wurden, blickten die meisten Motorradfahrer durch. »Mensch, hier geht’s ja um Politik. Hätten wir das gewußt, wären wir gar nicht erst aufgetaucht.« Bei der Sternfahrt Berlin-Potsdam am 20. April sollte Stimmung für die Vereinigung der Bundesländer Berlin und Brandenburg gemacht werden. Jeder der 5000 Biker bekam einen Apfel und eine Banane, dazu zwei Luftballons und ebenso aufgeblasene Worte von Bürgermeister Eberhard Diepgen und Ministerpräsident Manfred Stolpe. Diepgen zog es vor, in Berlin zu bleiben; Präsi Stolpe setzte sich auf einer BMW medienwirksam an die Spitze des Zuges. »Ist das Ihre Maschine?« »Nein, die ist geliehen. Ich habe kein eigenes Motorrad.« Seinen Schein hat er 1958 gemacht. Damals gab’s noch keine Helmpflicht, und so mußte sich Stolpe, der von den Schließmechanismen der Intergralschüssel überfordert war, von einem Sicherheitsbeamten helfen lassen. ahl

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