Steve Jenkner fährt für MOTORRAD (Archivversion)

Reif für Siege

Steve Jenkner fährt 2002 nicht nur für UGT-Aprilia, sondern auch für MOTORRAD. Nach den ersten Podestplätzen in der vergangenen Saison fühlt er sich jetzt reif für Siege.

Für die zweite Hälfte der vergangenen Saison hauchte der österreichische Konstrukteur Harald Bartol seinen 125 cm3-Motoren satte 56 PS ein und machte Derbi-Star Youichi Ui und Gileras Teenager Manuel Poggiali nahezu unschlagbar.Weil Honda und Aprilia alle Kräfte für die Viertaktprojekte bündelt und die kleinen Zweitakter nur noch halbherzig weiter entwickelt werden, verbrachten die Herausforderer der roten Renner bange Wintermonate. »Ich hatte schon meine Befürchtungen, dass bei uns wenig passiert und Ui uns deshalb auch weiterhin um die Ohren fährt«, gibt Steve Jenkner zu.Doch nach den ersten Tests der neuen Saison in Valencia herrschte Erleichterung bei dem tapferen Sachsen, der 2001 in Assen und Brünn seine ersten GP-Podestplätze eroberte und in der neuen Saison natürlich noch höher hinaus will. »Das Gefühl, aufs Podest fahren zu können, kann mir niemand mehr wegnehmen. Mit etwas Glück kann ich auch noch die letzten paar Zehntel wegfeilen. Deshalb sind GP-Siege mein realistisches Ziel«, rechnete Jenkner vor. »Normalerweise starte ich langsam in die Saison, doch in Valencia bin ich tri, tra, trallala fast auf die gleichen Zeiten wie im letzten Grand Prix gekommen. Mein Motorrad ist nicht schlecht, weil wir im Vergleich zur gesunden Basis des letzten Jahres wenig geändert haben. Das Wichtigste ist nun, auf Basis der vorhandenen Daten überall zuverlässig schnell zu sein.«Weil »ganz schön viel Leute« für die Entwicklung der RS3 abzogen wurden, hat Steve im Vergleich zum Vorjahr zwar nur wenige neue Motor- und Elektronikteile erhalten, darunter einen halbintelligenten Quickshifter, bei dem ein Sensor feststellt, wann der nächsthöhere Gang eingerastet ist und dann sofort wieder die volle Leistung freigegeben wird. Doch weil das Zeittraining künftig auf 30 Minuten begrenzt werden soll, ist eine gute Grundabstimmung ohnehin wichtiger als das letzte Quäntchen an Speed. »In den letzten vier Rennen 2001 machte ich keine Punkte, mal, weil wie in Malaysia das Motorrad eines Konkurrenten vor mir festging, mal wie in Australien, wo das Motorrad das ganze Wochenende über keinen Scheiss vorwärts ging. Das hat mich besonders geärgert, denn Phillip Island ist meine Lieblingsstrecke.«Da war dann auch die Stimmung im Keller, beim streng nach Leistung honorierten Piloten ebenso wie bei UGT-Besitzer Ralf Schindler, der mit seiner Meinung ebenso gerade heraus ist wie sein Schützling und nach Niederlagen immer wieder versucht, Steve Jenkner »die Zündung einzustellen«.Doch im verbalen Schlagabtausch hat Schindler einen würdigen Gegner gefunden. »Wenn du auf einer Kuh reitest, wirst du kein Pferd überholen«, schmetterte Steve seinem Sponsor entgegen, als er das Regenrennen in Mugello aus Zeitmangel mit einem für trockene Verhältnisse abgestimmten, »brettharten Bock« ausserhalb der Punkteränge zu Ende gebracht hatte. Und als Schindler nach den Niederlagen zu Saisonende seinem Unmut Luft machte, er habe schon genug mitgemacht im Rennsport und brauche diesen Mist nicht mehr, konterte Steve abermals elegant und verwies, er brauche sich den Stress ja auch nicht anzutun für die paar Mark.Die Ehen, in denen man sich offen die Meinung stößt, sind freilich die besten, und deshalb machen die beiden auch gemeinsam weiter, aus Begeisterung für die Sache ebenso wie in der Hoffnung, es Ui und Poggiali irgendwann doch zeigen zu können.MOTORRAD schloss sich dieser Hoffnung an und unterstützt Steve Jenkners Team in diesem Jjahr, was für den tapferen Sachsen nicht nur einen weiteren Kleber am Motorrad, sondern auch ein Frei-Abo bedeutet. »Ich würde gerne für MOTORRAD testen«, denkt Jenkner an andere Aspekte künftiger Gemeinsamkeit. »Ausserdem freut sich mein Opa, wegen der vielen bunten Bilder – er schneidet sie nämlich aus und sammelt sie!«
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Jenkner mit MOTORRAD (Archivversion) - Hallo Partner

Steve Jenkner blickt optimistischin die neue Grand-Prix-Saison, die am 7. April in Suzuka/Japan beginnt. Zum einen, weil sich der 25-jährige Sachse auf MOTORRAD als neuen Co-Sponsor seines UGT 3000-Teams freut. Zum anderen herrschte bei dem 125er-Aprilia-Piloten Erleichterung nach den ersten Tests in Valencia. »Normalerweise starte ich langsam in die Saison, doch in Valencia bin ich auf Anhieb fast auf die gleichen Zeiten wie im letzten Grand Prix gekommen. Mein Motorrad ist nicht schlecht, weil wir im Vergleich zur gesunden Basis des letzten Jahres wenig geändert haben. Das Wichtigste ist nun, überall zuverlässig schnell zu sein«, berichtete Jenkner. 2001 hatte er in Assen und Brünn seine ersten GP-Podestplätze erobert, in diesem Jahr will er natürlich noch höher hinaus: »Mit etwas Glück kann ich auch noch die letzten paar Zehntel wegfeilen. Deshalb sind GP-Siege mein realistisches Ziel.« Jenkner fährt weiterhin für UGT 3000. Seine Mitstreiter sind die Italiener Gino Borsoi und Alex Baldolini. Gemeinsam mit Firmenchef Ralf Schindler hegen sie die Hoffnung, es den zuletzt in der 125er-WM deutlich überlegenen Derbi- und Gilera-Werkspiloten endlich mal zeigen zu können. MOTORRAD schließt sich dieser Hoffnung an.

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