Stolpe, Manfred: Interview (Archivversion)

Anlässlich des 20. Motorradfahrergottesdienstes vor dem Hamburger Michel konnte MOTORRAD am 15. Juni endlich loswerden, was engagierte Motorradfahrer über den Winter geleistet hatten. Unterschriften nämlich gegen die häufig unsachgemäße und gefährliche Schmiererei mit Bitumen auf deutschen Straßen. Angefangen auf der Intermot in München, fortgesetzt bei allen Frühlingsmessen, auf denen MOTORRAD präsent war, und unterstützt durch viele Motorradler, die sich die Formulare aus dem Internet runtergeladen hatten, ergoss sich eine wahre Flut von Unterschriften in die Redaktion. Über 22000 waren’s am Ende.Manfred Stolpe, der sich vor der Hamburger Gemeinde – über 30000 Kradler traten zu Gebet und anschließender Ausfahrt an – als Ex-Fahrer von Viertellitern und immer noch am Motorrad Interessierter darbot, kündigte schon bei seinem kurzen Bühnenauftritt an, die Sicherheit der Zweiradfahrer ganz besonders zu beachten. So strahlte der SPD-Mann bei Entgegennahme der Unterschriften eine gewisse Sicherheit aus: »Die sind bei mir in guten Händen.« Um den schweren Karton flugs an seinen Pressemann weiterzugeben. Was Stolpes Aussage wohl unterstreichen sollte: Günter Frank ist nicht nur Ex-, sondern aktiver Motorradfahrer. Im MOTORRAD-Interview verspricht der Minister, den sorgfältigeren Umgang mit Reparaturwerkstoffen zu predigen. Aber er verallgemeinplatzt sich hier und da auch ein klein wenig. Etwa, wenn er meint: »Eine intensive und gute Führerscheinausbildung ist durch nichts zu ersetzen.« Da hätten wir gerne noch mal nachgefragt. Was er zum Beispiel von Tempo 80 für 16-Jährige hält. Und was genau er unter einem »raschen Eingang in die Praxis« bei alternativen Instandsetzungsverfahren versteht, hätten wir ebenfalls gerne gewusst. Klappte aber nicht, der viel beschäftigte Minister fand sich nur zu einem schriftlichen Interview bereit.

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