Straßen-DM-Finale Hockenheim (Archivversion)

Der deutsche Meistertitel als Sprungbrett für eine internationale Karriere - das ist von den fünf Motorradchampions des Jahrgangs 2000 nur für einen von Belang. Der 21-jährige Sachse Jarno Müller, schon im Vorjahr nur durch wenig sinnvolle Streichresultate am 125er-DM-Titel gehindert, sieht sich ganz klar auf dem Weg nach oben: »Nach dem Meistertitel möchte ich jetzt in den beiden noch ausstehenden EM-Rennen in Portugal und Spanien möglichst weit nach vorn fahren.« Und sich damit endgültig für höhere Aufgaben empfehlen. Denn die nähere Zukunft des jungen Mannes aus Limbach-Oberfrohna, einem Dorf kaum zehn Kilometer vom Sachsenring entfernt, zeichnet sich schon sehr deutlich ab. Mit Unterstützung des ADAC Sachsen soll Jarno Müller im nächsten Jahr mit einer A-Kit-Honda in die 125er WM einsteigen. Die Sachsen planen offenbar ganz groß. Denn als Teamkollege, allerdings natürlich in der 250er-Klasse, steht sogar Ralf Waldmann zur Debatte.Der deutsche 250er-Meister Matthias Neukirchen sieht seinen Titel dagegen eher als zweiten Höhepunkt in seiner Karriere denn als Durchgangsstation. Schließlich war der 34-jährige Motorradhändler schon 1987 deutscher Meister, damals jedoch im Trial. Der Unterfranke wird dennoch nach langen, endlich von Meisterehren gekrönten Jahren die 250er Klasse verlassen und mit seinem Docshop-Team 2001 auf einer Yamaha R6 aus dem Fundus des Alpha-Technik-WM-Teams in der Supersport-DM antreten.Dort trifft er gleich auf eine ganze Meute von Fahrern, die mit fortschreitendem Alter anscheinend immer schneller werden. Bereits 37 Jahre zählt der neue Meister Herbert Kaufmann. Und der Testfahrer des Reifengiganten Metzeler/Pirelli, im Übrigen schon 1994 deutscher Supersport-Meister und davor mehrfach Titelträger in der damaligen Serienmaschinenklasse, ist nur einer aus der reiferen Raserbande.Allmählich auch in diesen Kreis aufgenommen werden muss Claus Ehrenberger. Zwar »erst« 30 Jahre alt, verfügt der Suzuki-Fahrer gleichwohl über jede Menge Routine. In der Saison 2000 wollte er »so ganz nebenbei«, wie er selber sagte, »ein bisschen in der neuen Superstock-Klasse fahren, um für die Supersport-DM fit zu bleiben.« Heraus kam tatsächlich ein bemerkenswerter vierter Supersport-Gesamtrang, vor allem aber die Superstock-Meisterschaft mit acht Siegen in acht Rennen. Ob der makellose Titel verteidigt wird, ist noch nicht klar, denn, logo, es geht ja eigentlich um die Supersport-DM.Konstanz und Wechsel zugleich brachten den 35-jährigen Hessen Mike Roscher zu seinem ersten DM-Titel in der Gespann-Klasse. Nach dem Sieg beim Auftaktrennen im April in Hockenheim punktete er zuverlässig bei jedem Rennen. Unterstützt wurde er dabei aber von drei verschiedenen Co-Piloten. Neben seinem Stammpartner Torsten Gries kamen auch Gernot Backmann und Uwe Neubert zum Einsatz.

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